Ob Sprachsteuerungen, Smart Home oder selbstfahrende Autos – die Technologieaffinität scheint in der heutigen Zeit keine Grenzen mehr zu kennen. Unabhängig vom Sinn und Unsinn dieser gefühlt unendlichen visionären Möglichkeiten ist eines klar: Der rasante Fortschritt bringt neue Gefahren mit sich – mit jeder weiteren technischen Schnittstelle macht sich der Mensch anfälliger für Hackerangriffe.

Wie ein jüngst veröffentlichter Lagebericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik verdeutlicht, ist Internetkriminalität längst ein ernst zu nehmendes Problem geworden. Dabei sind auch große Unternehmen wie Facebook oder selbst der Deutsche Bundestag nicht vor Angriffen gefeit. In der neuen Cybercrime-Serie "Hackerville", die am Donnerstag, 8. November 2018, 21.50 Uhr, bei TNT Serie startet, haben es Kriminelle auf deutsche Banken abgesehen. Die Spuren eines gewaltigen Verbrechens führen die BKA-Ermittlerin Lisa Metz (Anna Schumacher) nach Rumänien.

Ohne Vorgeplänkel startet "Hackerville" sofort durch. Als ein Bankmitarbeiter eine als Online-Spiel getarnte Schadsoftware öffnet, bricht die digitale Infrastruktur der Bank zusammen. Alle Monitore werden schwarz, im Serverraum blinkt es wie wild, und ein verzweifelter IT-Betreuer muss zusehen, wie seine Rechner zu rauchen beginnen. Erst Lisa Metz, Expertin für Internetkriminalität, kann dem Treiben ein Ende setzen.

Doch die erfolgreiche Abwehr der digitalen Eindringlinge ist erst der Anfang der Ermittlungen. Diese führen Metz in das rumänische Kleinstädtchen Timisoara, in dem sie einst geboren wurde. Dort angekommen, sieht sie sich dem Misstrauen ihrer rumänischen Kollegen ausgesetzt. Viel Zeit zur Akklimatisierung bleibt der unerfahrenen BKA-Ermittlerin aber nicht, denn ihre Chefs in Deutschland (gespielt von Nina Kunzendorf und Ronald Zehrfeld) wollen schnelle Ergebnisse sehen. Noch dazu beschäftigt Metz ihre eigene Familiengeschichte, die sie, zurück in ihrer alten Heimat, einholt.

So entwickelt die sechsteilige Cybercrime-Serie, die in Timisoara, Frankfurt und Bukarest gedreht wurde, ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Ermittlern und Hackern. Dass der hochkarätig besetzte Thriller jedoch nicht immer die Spannung hält, hat mehrere Ursachen. Einerseits verhindern Logiklöcher eine stringente Handlungslinie. Trotz dringender Ermittlungen hat Lisa Metz etwa Zeit genug, eine Erinnerungstour durch ihre alte Heimat zu unternehmen. Dazu heften den Gegenspielern unübersehbare Stereotypen an – nach dem Motto: dubioser und aalglatter Geschäftsmann benutzt naiven Emporkömmling als Handlanger. Auch Cliffhanger und inhaltliche Twists sind zu vorhersehbar, etwa als der 16-jährige Cipi (Voicu Dumitras) als brillantes Computer-Genie enttarnt wird.

Wenn "Hackerville" am 8. November bei TNT Serie erstmals über die Mattscheibe flimmert, dann zunächst im rumänisch-deutschen Original. Für alle Zuschauer, die des Rumänischen nicht mächtig sind, heißt das also über weite Strecken, auf Untertitel angewiesen zu sein. Die synchronisierte Fassung der Serie folgt dann im Januar 2019.

Die Macher der ersten internationalen Koproduktion von TNT Serie mit HBO Europe zeigen sich ob des Serienstarts optimistisch. Antony Root von HBO Europe beschreibt "Hackerville" als "mitreißende und extrem unterhaltsame Geschichte über eine der größten Bedrohungen, mit denen wir uns heute konfrontiert sehen und die weltweite Auswirkungen hat". Der Executive Producer Jörg Winger ("Deutschland 83") von der UFA hingegen betont die geschichtliche Relevanz: "Durch das rumänisch-deutsche Setting erhalten unsere Zuschauer einen Einblick in ein wichtiges Stück europäischer Zeitgeschichte und in die faszinierende Welt des heutigen Rumäniens."


Quelle: teleschau – der Mediendienst