Eigentlich hasst Kevin (Fabian Busch), Projektmanager einer Investmentfirma, die Insel Sylt; schließlich war er als Teenager dort einmal unglücklich verliebt. Doch in diesem Herbst wird der Enddreißiger mit seiner Tochter doch auf Sylt Urlaub machen – er will nämlich einen wichtigen Geschäftsabschluss tätigen: Seine Großfirma will auf einem noch fehlenden Grundstück Luxusferienwohnungen bauen. Und wie das Schicksal in Komödien der Marke "Ausgerechnet Sylt" so spielt, gehört das Grundstück samt altem Friesenhaus ausgerechnet Kevins alter Liebe Bente (Katja Studt), einer "Ursylterin", die sich inzwischen zur Rettungsschwimmerin und Gentrifizierungsgegnerin gemausert hat. Da ist der Weg zum Happy End noch weit.

Als Rügen-Baywatch Bente Pamela-Anderson-mäßig dem leichtsinnig in die Brandung gestiegenen Kevin das Leben rettet und ihn mittels Rettungsbrett aus dem Wasser zieht, ist der Kontakt zwischen den beiden alsbald wieder hergestellt. Leider steht Makler Kevin unter Druck, weshalb er auch zum Leidwesen seiner Tochter Lilly (Paula Hartmann) dauernd am Handy hängt und mit seinem Chef telefoniert. Unter dem Vorwand, Architekt zu sein, versucht Kevin, Bente zum Verkauf ihres Grundstücks zu bewegen. Allerdings muss er erkennen, dass Bente einer Protestbewegung gegen den Ausverkauf der Insel angehört, deren Slogan "Immohaie zu Fischmehl" lautet.

Die in Kevin neu entflammte Liebe bringt es mit sich, dass er sich unter die Protestler mischt. Von der Inselpolizei verfolgt, erkennt er dabei, welch großartige Frau Bente doch ist. Nach einer nächtlichen Protestaktion landen die beiden miteinander im Bett. Doch als der unausweichliche Notartermin zum Grundstücksverkauf näher rückt, bleibt Kevin keine andere Wahl, als Bente seine wahre Profession zu gestehen. Bente muss nun erkennen, dass Kevin sie hintergangen hat. Zudem wird er auch noch vom örtlichen Konkurrenten Eddi (großartig, mal wieder: Martin Brambach) mit einem zielgenauen Fausthieb bedacht. Strafe muss sein.

Auch wenn es in dieser Liebeskomödie viel um Grundstücksmakelei und Gentrifizierung geht, so bleibt doch für Sylt ein Gutteil Fremdenverkehrswerbung übrig. Geradezu notgedrungen wird die Ferieninsel aus allen Perspektiven gezeigt und mit Nebenbei-Lob bedacht. Was so anziehend wirkt, muss schön sein. Ein Grund mehr für Bente, um zum stets mitgeführten Megafon zu greifen.

"Gerade Familien mit Kindern sind oft lange auf der Suche, und es gehört viel Glück dazu, das passende Objekt zu bekommen", sagt Hauptdarstellerin Katja Studt zur Sylter Immobiliensituation. "Auf Sylt ist es besonders heikel, da viele Immobilien im Besitz von Leuten sind, die dort ihre Urlaube verbringen, und die meiste Zeit des Jahres dann leer stehen. Die 'echten' Sylter sind gezwungen, ihren Wohnsitz aufs Festland zu verlegen. Es ist eine große Ungerechtigkeit, die eine Stimme braucht."


Quelle: teleschau – der Mediendienst