"Auf neuen Wegen"

"Daheim in den Bergen": Ein Unglück kommt selten allein

von Hans Czerny

Nach dem Tod der beiden einst verfeindeten Familienväter muss das Erbe verteilt werden. Derweil hat Florian erfahren, wer sein leiblicher Vater ist und ist ziemlich wütend. Und auch in seiner Ehe läuft es nicht rund.

ARD
Daheim in den Bergen – Auf neuen Wegen
Heimatfilm • 19.06.2020 • 20:15 Uhr

Manch einer wird bei "Daheim in den Bergen" (Folge sechs) noch vergeblich nach den Familienvorständen Sebastian Leitner (Walter Sittler) und Lorenz Huber (Max Herbrechter) suchen, so sehr waren ihm die alten Herren mit dem Herz auf dem rechten Fleck vertraut. Nun fehlt nach deren Unfall eine ganze Generation, und bis die Alten nachwachsen, das kann dauern. Für Baby-Nachwuchs ist immerhin schon mal gesorgt: Fritzi, die Kleine, kräht in der Episode "Auf neuen Wegen" mit den Ziegenkitzen bereits um die Wette, und so, wie es aussieht, beerbt das Huber-Baby bei fälliger Versöhnung der Clans dereinst womöglich gar den Leitnerhof. Sebastians Sohn Florian (Matthi Faust) droht sich indessen an seinem frisch geouteten wahren Vater (Christoph M. Ohrt) zu rächen. Warum hat der sich geschlagene 36 Jahre lang nicht zu ihm bekannt?

In rasender Fahrt peilt Florian mit dem neuen Vater Karl die Unfallstelle der Verstorbenen an, um seinen Zorn loszuwerden. Aber das allein ist es ja noch nicht: Auch Florians älterer Bruder Georg (Thomas Unger), der nun testamentarisch den Hof übernehmen und Florian auszahlen wird, hat ja all die Jahre auch immer etwas gewusst. Und dann steht – ein Unglück kommt selten allein – Florian auch noch die Trennung von seiner Frau bevor.

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Wahrhaftig genug für eine ganze Seifenopern-Staffel, zumal ja Lisa (Theresa Scholze), die Huber-Tochter, sich auch noch von einem örtlichen Schlitzohr als Anwältin verdingen lässt. Sie soll dabei helfen, dass der Kulturbahnhof "Kuba" einem Großprojekt Platz machen muss und gibt sich, den Kulturzentrumsleiter hintergehend, als Journalistin aus. Doch, siehe: Eine seltene Fledermauskultur (wozu doch die Tierchen auch nütze sein können!) macht die geplante Gentrifizierung vorerst zunichte.

Im allgemeinen Generationengewirr – schon treffen lecker Münchner Freundinnen der Florian-Tochter zum Paraglyden und Bergsee-Baden ein, wird eine Rockbühne für Karls Adoptivsohn Tom (Moritz Bäckerling) zum Rappen hochgezogen – geht die ursprünglich angepeilte alpenländische Familiensaga leider flöten. Saftige Bergwiesen, meckernde Glöckchen-Ziegen und schneebedeckte Berge im Hintergrund machen auch "freitags im Ersten" noch keinen neuen Heimatfilm. Es gehört schon auch eine saftige Intrige dazu, wie in den ersten Folgen gehabt. Oder sollte womöglich – trotz des heftigen finalen Cliffhangers mit Toms Drogen – die sechste "Daheim in den Bergen"-Folge auch schon das Ende der Freitags-Heimatreihe aus dem Allgäu gewesen sein?


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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