Großes Staraufgebot am Münchner Filmfest: Friederike Becht, Wotan Wilke Möhring, August Diehl und Ken Duken waren in die bayerische Landeshauptstadt gekommen, um die Weltpremiere ihrer neuen Serie "Parfum" zu feiern. Die sechsteilige Serie, die ZDFneo zusammen mit Netflix produzieren ließ, basiert auf Motiven von Patrick Süskinds weltweitem Bestseller "Das Parfum", der 2006 bereits von Tom Tykwer erfolgreich verfilmt wurde. Viel ist vom Original allerdings nicht geblieben.

Die Serienadaption verlegt die Handlung nämlich aus dem Frankreich des 18. Jahrhunderts ins heutige Deutschland. Am Niederrhein wird die verstümmelte Leiche einer Frau entdeckt; zusammen mit einem lokalen Polizeibeamten (Marc Hosemann) übernehmen Profilerin Nadja (Friederike Becht) und Staatsanwalt Grünberg (Wotan Wilke Möhring) die Ermittlungen. In düsteren Farben erzählt Regisseur Philipp Kadelbach ("Unsere Mütter, unsere Väter") die Geschichte eines seltsam miteinander verbundenen Freundeskreises (gespielt von Natalia Belitski, August Diehl, Ken Duken, Trystan Pütter und Christian Friedel), der die Tote nicht nur kannte, sondern scheinbar mehr weiß, als alle Beteiligten zugeben wollen.

In München wurden nun die ersten beiden Folgen gezeigt. Wie im Roman, geht es auch in der Serie ums Riechen, um den Tod und natürlich um die betörende Kraft von Düften. Dennoch erinnert "Parfum" immer wieder mehr an einen "Tatort" als an einen Historienroman. Was der Adaption allerdings nicht schadet. "Parfum", so der erste Eindruck, ist hoch spannende Unterhaltung, toll gefilmt und herausragend gespielt. Immer wieder kommt einem "Dark" in den Sinn, die erste deutsche Netflix-Serie – auch wenn "Parfum" geradliniger erzählt ist.

Er habe keine normale Buchadaption machen wollen, sagte der sichtlich stolze Produzent Oliver Berben bei der Weltpremiere von "Parfum" – und wenn die anderen vier Folgen das Tempo und die Spannung des Auftakts beibehalten, war das eine gute Entscheidung.

"Parfum" soll im Herbst bei ZDFneo starten und später auch in Deutschland bei Netflix zu sehen sein.


Quelle: teleschau – der Mediendienst