Rund 100.000 Kinder in Deutschland haben Eltern, die im Gefängnis sitzen. Die Familien stehen unter extremen Belastungen, viele Inhaftierte leiden unter den streng reglementierten Kontaktmöglichkeiten.

Eigentlich müsste man sie sich als ziemlich harte, seelisch abgebrühte Jungs vorstellen, sind sie doch wegen Gewaltverbrechen, Drogenhandel oder wegen Waffenbesitz ins Gefängnis gewandert. Und doch haben Verurteilte wie der Familienvater Christian, der sechs Jahre hinter Gittern verbringen muss, einen weichen Kern: Auch sie vermissen ihre Kinder, wie die neue Sonntagsdokumentation "Echtes Leben: Väter hinter Gittern" in der ARD zeigt.

Nur alle acht Wochen darf er während der Knast-Besuchszeiten für jeweils zwei Stunden mit seinen beiden Kindern spielen. Ein Moment, dem Christian oft lang entgegenfiebert. Bei Thorsten, der zu sieben Jahren Haft verurteilt ist, sitzt der Schmerz noch tiefer: Er schreibt seiner zehnjährigen Tochter zwar regelmäßig Briefe. Das Mädchen lehnt den Kontakt zu ihrem verurteilten Vater derzeit allerdings ab. Ein durchaus berührender, klischeefreier Einblick in den deutschen Knastalltag.


Quelle: teleschau – der Mediendienst