Das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens ist das größte Korallenriff der Erde. Erst 1981 wurde es von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Eine Auszeichnung wie ein Fluch?

Denn nur vier Jahre darauf begann es: das Korallensterben. Zwischen 1985 und 2012 hat das Riff die Hälfte seiner Korallen verloren. Zudem kam das Phänomen der Massenkorallenbleichen. Schuld daran sind die globale Erwärmung und die Versauerung der Meere durch Aufnahme von Kohlenstoffdioxid. Lange hieß es, das einmalige Weltnaturerbe sei kaum mehr zu retten. Doch es gibt neue Hoffnung: Sie liegt in Korallen, denen der Anstieg der Wassertemperatur offenbar nichts anhaben kann.

Die recht nüchtern gehaltene Wissenschaftsdokumentation "Korallensterben – Rettung am Great Barrier Reef" von Adam Geiger begleitet die renommierte Meeresbiologin Emma Johnston. Das Mitglied der Great Barrier Reef Marine Park Authority steht vor einer schweren Mission. Sie soll Lösungen finden, mit denen sich das Riff wiederbeleben lässt.

Hierfür trifft die Meeresbiologin unter anderem in Australien und auf Hawaii weitere Wissenschaftler. Madeleine von Oppen und Ruth Gates beispielsweise züchten besonders robuste Korallen. Im Labor führen sie vor, wie sie als Hybride noch widerstandsfähiger gemacht werden könnten. Die Idee ist, die hochresistenten Korallen am schwer geschädigten Great Barrier Reef anzusiedeln. Zweifel bei Meeresbiologin Johnston allerdings bleiben. Sie weiß: Menschliches Eingreifen hat der Natur zu oft schon geschadet.


Quelle: teleschau – der Mediendienst