Das Aufkommen der VHS-Kassette verlagerte den Porno-Konsum vom Kino ins eigene Wohnzimmer. Aber die schwarzen Bänder hatten noch andere Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Es gibt bei YouTube eine ziemlich erfolgreiche Reihe, bei der Kinder mit Dingen konfrontiert werden, die sie zum ersten Mal sehen. Mit Plattenspielern etwa. Dann müssen sie erklären, was sie da vor sich haben. Ganz wunderbar funktioniert das auch mit Videorekordern.

Schließlich sind die unhandlichen Kästen und die nicht gerade kompakten VHS-Kassetten seit dem Aufkommen von DVDs so gut wie ausgestorben. Dass es aber noch immer wahre Video-Enthusiasten gibt, die sich für wackeliges Bild und rauschenden Ton begeistern können, zeigt die Dokumentation "Das VHS-Imperium – Als das Kino nach Hause kam".

Vor allem aber macht der Film von Dimitri Kourtchine eines deutlich: Mit dem Aufkommen der VHS-Kassette gingen auch gesellschaftliche Umwälzungen einher. Nicht nur, weil plötzlich die Besucher der Pornokinos lieber auf dem heimischen Sofa blieben. Sondern auch, weil VHS als das "erste wahrhaft demokratische audiovisuelle Medium" gilt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst