Nach fünf Jahren in Kanada ist der Ranger Jonas Waldek in den Nationalpark Sächsische Schweiz zurückgekehrt, um dort Wald und Tier zu retten. Vorerst zweimal 90 Minuten.

Deutet sich da was Längerfristiges an? So etwas wie "Forsthaus Falkenau" seligen Angedenkens im ZDF: 24 Staffeln, 25 Jahre? Personen und Bilder gleichen sich. Kämpfte nicht auch der wackere Förster Martin Rombach einst gegen Natur-Raubbau und Wildvernichtung an – geradeso wie jetzt der neue Naturpark-"Ranger" Jonas Waldek im Nationalpark Sächsische Schweiz? Und kam nicht auch sein Nachfolger Stefan Leitner (Hardy Krüger jr.) damals geradewegs aus Kanada?

Nun ja, die Produktionsfirma (ndF) ist dieselbe, doch die Filmsprache ist, wenn man so sagen darf, flotter geworden, die Tafelberge und Felstürme sind schroff wie die Felsen in Nevada, und alles wird von grenzübergreifender Countrymusik begleitet. Aus Alt mach Neu, das könnte der Slogan zur neuen Heimatreihe "Der Ranger – Paradies Heimatim Ersten sein. Zwei freitägliche Folgen (23. und 30.11., 20.15 Uhr) sind vorerst geplant.

Philipp Danne macht als neuer Wildhüter Jonas Walek in Sachsens Natur in seiner grauen Kluft mit dem Nationalparkemblem auf der Schulter keine schlechte Figur – das muss man sagen. Einem Spaziergänger gleich erklimmt er leichtfüßig die schaurigsten Felsvorsprünge und greift auch gerne als Bergretter ein, wenn Ungeübte wieder mal hilflos an Seil und Haken hängen. Dann bekommt der Ausrüster vom nahen Sportgeschäft einen schönen Kurzvortrag vom Kenner über seine Pflichten – hätte er doch die Unkundigen über Sachsens Felsen besser instruieren müssen.

Doch auch daheim, auf dem Hof des Rangers samt Sägewerk, deutet sich Ungemach an. Zwar fand der Wildhüter im nahen Wildbach eine alte Uhr, einst dem verstorbenen Bruder gehörend, zwischen den Steinen. Doch, leider, die Urkunde über den Pachtvertrag für Hof und Sägewerk ist verschollen, sie fand sich auch im sprudelnden Gewässer nicht. Unter solchen Umständen scheint die Existenz von Schwägerin und Neffe gefährdet. Der feindliche Verpächter Nollau (Matthias Brenner) hat nun das Schicksal der Waldeks in seinen Händen. Zudem trägt sich der Mann mit dem Gedanken, in seinem stillgelegten Bergwerk nach Lithiumverbindungen zu graben. Ein wahrer Wüterich. Jahre der erheblichen Belastung von Pflanzen und Tieren stehen bevor.

Ein lange währender Zweikampf zwischen Naturschützern und -schändern bahnt sich also an. Dagegen ist die Bedrohung durch einen Wanderwolf aus dem nahen Böhmen ein Kinderspiel, zumal auch die Verhaltensbiologin aus dem nahen Dresden (Liza Tzschirner) schon zur Stelle ist, um den Isegrim mit einem Bewegungsmelder zu versehen. Da bahnt sich ohne Zweifel Intensiveres an ...

Mit viel Wissen über die Naturpflege im Nationalpark angereichert, wartet man auf private Verstrebungen – und hofft, dass die thematische Nähe zum alten "Forsthaus" das nicht verhindern möge. Die Natur- und Tierpflege sollte wieder zum Nebenschauplatz werden. Denn sonst funktioniert das mit der Langzeitserie trotz schönster Wald- und Bergbilder sicher nicht.


Quelle: teleschau – der Mediendienst