Aus einem kleinen Schuhladen in Essen machte Heinz-Horst-Deichmann nach und nach Europas größte Schuh-Handelskette. Dabei wollte er eigentlich Missionar werden. Eine Doku erzählt mehr über den mittlerweile verstorbenen Unternehmer.

+++ Hinweis: Wegen des Coronavirus sendet das ZDF am Dienstag, 17. März, um 20.25 Uhr ein "Leschs Kosmos Spezial". "ZDFzeit: Deutschlands große Clans: Die Deichmann-Story" wird auf Dienstag, 31. März (20.15 Uhr) verschoben. +++

"Modische Schuhe zu kleinen Preisen": Das war seit jeher das Motto von Heinz-Horst Deichmann (30. September 1926 – 2. Oktober 2014), der von seinen Eltern einen kleinen Schuhmacherbetrieb samt Verkauf in Essen geerbt hatte. Geschickt nutzte er in der Mangelwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg seine Kontakte, um rasch einen florierenden Handel aufzubauen. Eigentlich wollte der Firmen-Patriarch, der das 100-Jahre-Jubiläum seines Unternehmens im Jahr 2013 um ein Jahr überlebte, Missionar werden. Wie die neue Dokumentation "ZDFzeit: Deutschlands große Clans: Die Deichmanns" zeigt, blieb er den christlichen Grundsätzen lange treu, geriet aber mit seinem rasanten Expansionskurs auch in die Kritik.

Immerhin gilt die Deichmann-Kette, deren Geschäfte in so vielen deutschen Fußgängerzonen und Einkaufszentren anzutreffen sind, bei Kritikern als "Aldi" der Schuhindustrie. Heinz-Horst Deichmann konnte seine niedrigen Preise nur aufrechterhalten, indem er in Billiglohnländern produzieren ließ, was ihm viel Gegenwind einbrachte. Als Reaktion intensivierte er sein soziales Engagement.

Was Deichmann ebenfalls mit den Aldi-Brüdern vereint: die Verschlossenheit. Bislang wusste die breite Öffentlichkeit nur wenig über das Familienunternehmen Deichmann, das nun von Sohn Heinrich geführt wird. Für die Dokumentation bekam Filmemacherin Birgit Tanner Einblicke in die Firmenarchive, außerdem konnte sie Interviews mit dem eher öffentlichkeitsscheuen Clan führen.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH