Der berüchtigte Drogenboss Pablo Escobar hielt sich in seinem Privatzoo afrikanische Flusspferde. Mittlerweile haben sich die Tiere in Südamerika ausgebreitet und gefährden dort heimische Arten, wie eine neue TV-Doku zeigt.

Hippos in Südamerika? Lange Zeit waren Flusspferde lediglich in Afrika heimisch, doch dann kam kein Geringerer als Patron Pablo Escobar auf die Idee, die Dickhäuter würden sich gut auf seiner rund 170 Autobahnkilometer von Medellín entfernten Hacienda Nápoles machen – die Geschichte klingt unglaublich, ist aber wahr. Nach Escobars Tod im Zuge einer Razzia 1993 wurde neben seinem Kartell auch seine kolumbianische Ranch nebst Privatzoo aufgelöst. Die Paarhufer waren allerdings gekommen, um zu bleiben: Sie haben sich das Gelände längst zu eigen gemacht und vermehren sich prächtig. Ein Prozess, der sich stark auf das ökologische Gleichgewicht auswirkt.

Die TV-Dokumentation "Terra Mater: Die Hippos sind los – Pablo Escobars Erbe" (Mittwoch, 29. Januar, 20.15 Uhr auf ServusTV) erzählt nun die ganze Geschichte von Pablos Nilpferden, deren stetig wachsende Population in Kolumbien zu einer drastischen Gefahr für das Umweltsystem geworden ist. Opfer der rasanten Ausbreitung sind einheimische Tierarten wie Otter oder Seekühe, die aus ihrem natürlichen Lebensraum gedrängt werden. Unter den örtlichen Behörden herrscht Uneinigkeit, wie man das Problem mit den Dickhäutern am besten anpackt.

Schließlich wurde auf Druck von Umweltschützern die kontrollierte Jagd strikt untersagt. Finanzielle Mittel zur Verhinderung einer unkontrollierten Fortpflanzung werden nur begrenzt zur Verfügung gestellt. Zwei Experten begleiten die Dokumentation: Tierärztin Dr. Gina Serna sowie der Wildhüter Chris Hobkirk versuchen selbst, eine adäquate Lösung zu finden.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH