Sieben Investoren lässt VOX in der sechsten Staffel von "Die Höhle der Löwen" auf die Gründer los. Der neue "Löwe" hebt sich von seinen Kollegen deutlich ab.

Als VOX 2014 seine Gründershow "Die Höhle der Löwen" aus der Taufe hob, konnte man keinesfalls sicher sein, dass das Format funktionieren wird. Zwar war die TV-Idee, dass erfolgreiche und vermögende Unternehmer jene, die genau das auch einmal werden wollen, im Fernsehen auf Herz und Nieren prüfen, schon in einigen anderen Ländern über den Bildschirm geflimmert. Aber ob das Ganze in einem Land, das wie kein anderes zwischen ernst (Geschäft, Pflicht, Hochkultur) und nicht so ernst (Freizeit, Unterhaltung) unterscheidet, reüssieren kann, war keinesfalls klar. Mittlerweile ist "Die Höhle der Löwen" das erfolgreichste selbst produzierte Produkt in der 26-jährigen Geschichte von VOX.

Man darf feststellen: Ja, auch die Deutschen lieben es, die Präsentation neuer Geschäftsideen am Bildschirm zu durchdenken und mehr oder weniger prominenten Investoren dabei zuzusehen, wie sie das gleiche tun. Das dabei nicht jeder Investor die Lockerheit und den Unterhaltungswert eines Popstars in die Waagschale werfen kann – daran hat man sich gewöhnt, beziehungsweise die Protagonisten haben von sich aus das Handtuch geworfen oder sich locker gemacht.

In der am 3. September mit elf neuen Folgen startenden sechsten Staffel treten mit sieben "Löwen" so viele wie noch niemals zuvor an. Neben den Veteranen Frank Thelen, Ralf Dümmel, Judith Williams und dem nach wie vor etwas maskengesichtigen Fast-Veteranen Carsten Maschmeyer, sitzen derzeit Georg Kofler, Dagmar Wöhrl und – ganz neu dabei – Nils Glagau im Investoren-Rudel.

Glagau, 43, hebt sich von der Runde äußerlich eher unscheinbarer Geschäftemacher (was die Männer betrifft) ab. Er sieht aus, als wäre er direkt vom Rockstar-Gig in die Business-Show gestolpert: aufwendig gestyltes Wallehaar, coole Klamotten, eine stattliche Erscheinung. Sein Geld verdient der Rheinländer mit dem Familienunternehmen Orthomol, das Gesundheitsprodukte herstellte, als diese noch kein Trendprodukt waren. Vor allem durch seine Nahrungsergänzungsmittel wurde der Konzern bekannt. Dessen Leitung übernahm Nils Glagau, der eigentlich Archäologe werden wollten, nach dem plötzlichen Tod des Vaters im Jahr 2009 mit 33 Jahren.

Direkt nach Ausstrahlung sind die neuen Folgen auf dem RTL-eigenen Streamingportal TVNOW zu sehen. Außerdem zeigt der Nachrichtensender ntv freitags, um 20.15 Uhr, die aktuelle DHDL-Folge vom Dienstag als Wiederholung. In Staffel fünf knackte das VOX-Format einen bisherigen Allzeit-Rekord: Am 11. September 2018 erreichte die Sendung satte 17 Prozent Marktanteil in der vom Sender anvisierten Zielgruppe der 14- bis 59-jährigen Zuschauer. Da sage noch mal jemand: Deutschland gehen die Ideen aus.

Auch wenn die Konjunktur derzeit leicht rückläufig scheint, nach der Ausstrahlung von "Höhle der Löwen" wird sich das ja vielleicht, ein paar Stellen hinterm Komma betrachtet, wieder ändern. Spätestens dann, wenn bei Karstadt und Konsorten wieder Extra-Warentische mit "Höhle der Löwen"-Produkten auf die Kundschaft warten. Dass die Zeitspanne zwischen Präsentation der Geschäftsidee und einer "Marktreife" erstaunlich kurz erscheint, liegt daran, dass die Shows in der Regel mit einigem Vorlauf aufgezeichnet und produziert werden. Der Live-Spannung beim Ringen um überzeugende Präsentationen und knallhart nachfragenden Investoren tut dies indes keinen Abbruch.


Quelle: teleschau – der Mediendienst