3sat widmet den Frauen und der Frauenpower eine Themenwoche – mit mehr als 20 Beiträgen.

Der französische Schriftsteller Marie-Henri Beyle (1783–1842) hatte bemerkenswerte Vorstellungen – von der Gleichberechtigung, aber auch von unserer Gegenwart. "Um die Gleichheit ganz zu erreichen, die die Quelle des Glücks beider Geschlechter wäre, müsste den Frauen das Duell gestattet werden", schrieb er 1817 in sein Tagebuch und ergänzte: "Gegen das Jahr 2000 hin, werden diese Ideen nicht mehr lächerlich sein!"

Heute können wir zumindest konstatieren, dass Kati Zambito einen Teil seiner Prophezeiung wahrgemacht hat. Sie duelliert sich hin und wieder. In ihrer Dokumentation nimmt die 1979 in Bad Cannstatt geborene Zambito eine zentrale Rolle ein: "Punch Line – eine Frau steigt in den Ring" porträtiert die Frauenboxszene, doch der Film gipfelt darin, dass Zambito selbst zu trainieren beginnt, um eines Tages ihren ersten Kampf auszufechten. Und noch immer werden Frauen dafür mindestens belächelt, manchmal verspottet, selten sogar angefeindet.

Dabei sollte man doch eigentlich meinen, Gleichberechtigung sei seit 2017 eine Selbstverständlichkeit. Eine Frau als Bundeskanzlerin, das heißt doch: Es gibt keine Unterschiede mehr, was die Chancen und den Stellenwert der Geschlechter angeht. Doch weit gefehlt: "Frauen werden nach wie vor oft für gleichwertige Tätigkeiten schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen, sie sind es, die meist in prekären Beschäftigungsverhältnissen gefangen sind. Und auch das Erstarken eines ultrakonservativen Frauenbildes stellt die weibliche Selbstbestimmung zunehmend in Frage. Es gibt also noch viel zu tun", konstatiert 3sat und nimmt für Anfang März die Themenwoche "Die Zukunft ist weiblich" ins Programm – mit rund 20 Beiträgen, darunter vier Erstausstrahlungen.

Die 14 Jahre alte Hirut wird von einem Mann entführt und vergewaltigt, um sie später heiraten zu können. Sie wehrt sich und tötet ihn in Notwehr. Nach der Tradition droht Hirut die Todesstrafe. Eine Frauenrechtlerin springt ihr bei, um das abzuwenden. "Das Mädchen Hirut", am 8. März um 21.40 Uhr in 3sat zu sehen, ist ein spannend inszeniertes Justizdrama nach einem wahren Fall aus dem Jahr 1996, der zu einem bahnbrechenden Urteil führte.

Am 9. März um 20.15 Uhr denkt die Dokumentation zu Ende, wie eine "Welt ohne Männer" aussähe. Forscher meinen ohnehin, dass das männliche Y-Chromosom ein "genetischer Schrotthaufen" sei. Wie sähe etwa Fortpflanzung in einer Welt ohne Männer aus? Im Anschluss fragt Gert Scobel, wie es um den Feminismus bestellt ist. Er diskutiert über den neuen Kampf der Geschlechter. Und: Warum können sich Frauen nur befreien, wenn auch Männer Mut zur Freiheit haben?

Am 10. März geht es um 21 Uhr in "makro: Ehe-Bonus vor dem Aus?" um das Ehegattensplitting. Denn beim Geld hört die Gleichberechtigung schnell auf: Während offiziell die Vereinbarung von Job und Familie gefördert wird, bevorzugt das Steuerrecht seit 60 Jahren die Normehe mit einem Hauptverdiener und einem Heimchen am Herd.

Plausible Gründe dafür gibt es keine, und dennoch werden Frauen auf dem Dirigentenpodest argwöhnisch beobachtet und als Exotinnen bestaunt. Der Film "Maestras – der lange Weg der Dirigentinnen ans Pult" am 11. März um 21.15 Uhr zeigt, dass sich das langsam ändert. Wenn sich Sylvia Caduff oder die Dirigentinnen-Tochter Hedy Graber an die 1950er- und 1960er- Jahre erinnern, scheint heute tatsächlich eine andere Ära angebrochen.