Am kommenden Sonntag werden die Acadamy Awards, besser bekannt als die Oscars, zum 89. Mal vergeben. Die größten Chancen auf den Gewinn des begehrten Filmpreises hat die Musical-Romanze "La La Land". Mit 14 Nominierungen geht der Film als Top-Favorit in das Oscar-Rennen.

Neben "La La Land" dürfen sich jedoch auch acht weitere Filme Hoffnungen auf den Sieg in der Königskategorie machen. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Sparten und analysieren, wer zu den Top-Favoriten gehört.

Bester Film

Als Gewinner des Golden Globe-Awards, häufig als Vorbote der Oscars betitelt, gehören "La La Land" (Bestes Musical/Beste Komödie) und "Moonlight" (Bestes Drama) ohne Zweifel zu den Favoriten auf eine Oscar-Trophäe. Berechtigte Chancen haben aber auch das Drama "Manchester By The Sea" und der intelligent erzählte Science-Fiction-Streifen "Arrival". Mit "Fences" und "Hacksaw Ridge - Die Entscheidung" sind zudem zwei Filme nominiert, die vor allem von ihren starken Darstellern getragen werden. "Hell Or High Water" und "Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen" haben hingegen nur Außenseiterchancen.

Unsere Prognose: Es wird ein ganz enges Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen "Manchester By The Sea", "La La Land" und "Moonlight" – wobei wir "Manchester By The Sea" knapp vorn sehen.

Bester Hauptdarsteller

Auch hier gilt: Mit dem Gewinn des Golden Globe-Awards stehen die Chancen für Ryan Gosling ("La La Land") und Casey Affleck ("Manchester By The Sea") besonders gut. Überzeugt Gosling in der Musicalromanze nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Tänzer, Sänger und Musiker, punktet Affleck in der tragischen Geschichte über einen Anfangdreißiger, der sich nach dem Tod seines Bruders um dessen Sohn kümmert, mit einem authentisch-bewegenden und überaus grandiosen Spiel. Entsprechend schwer werden es Denzel Washington ("Fences"), Viggo Mortensen ("Captain Fantastic") und Andrew Garfield ("Hacksaw Ridge") haben, die zwar zu Recht auf der Nominierungsliste stehen, angesichts von Gosling und Affleck aber kaum Chancen auf eine Oscar-Trophäe haben werden.

Unsere Prognose: Casey Affleck setzt sich gegen Ryan Gosling durch.

Beste Hauptdarstellerin

Wie zu erwarten, ist "La La Land" auch hier in Person von Emma Stone mit von der Partie. Sie tritt gegen Natalie Portman ("Jackie"), Isabelle Huppert ("Elle"), Meryl Streep ("Florence Foster Jenkins") und Ruth Negga ("Loving") an. Anders als bei den Herren, sehen wir hier allerdings eine klare Favoritin – und die heißt nicht Emma Stone.

Unsere Prognose: Der Oscar geht an Isabelle Huppert. In "Elle" ist sie als Michèle Leblanc zu sehen, die von einem Einbrecher vergewaltigt wird und die Tat anschließend als Nichtigkeit behandelt, um ihr eigenes Spiel mit dem Täter zu treiben. Huppert übernimmt die Rolle auf eine derartig provokant und genial verspielte Art, dass kein Weg an ihr vorbei führen darf.

Bester Nebendarsteller

Hier wird es eine schwierige und völlig offene Entscheidung. Nominiert sind Mahershala Ali ("Moonlight"), Jeff Bridges ("Hell or High Water"), Michael Shannon ("Nocturnal Animals"), Lucas Hedges ("Manchester by the Sea") und Dev Patel ("Lion"). Leichte Vorteile sehen wir jedoch bei Ali, der seine Rolle als kompromissloser und zugleich väterlich-fürsorglicher Dorgendealer in "Moonlight" so konsequent ambivalent spielt, dass er wesentlich zum rundum gelungenen Film beiträgt.

Unsere Prognose: Mahershala Ali darf sich über einen Oscar freuen.

Beste Nebendarstellerin

Auch hier erwarten wir ein enges Rennen. Viola Davis überzeugt in "Fences", Octavia Spencer spielt gleichermaßen stark in "Hidden Figures" auf und Michelle Williams schafft es trotz weniger Szenen in "Manchester By The Sea" einen überragenden Eindruck zu hinterlassen. Mit Naomie Harris ("Moonlight") und Nicole Kidman ("Lion") gehören zudem zwei weitere Damen in die Runde, die zu Recht für einen Oscar nominiert wurden.

Unsere Prognose: Wir sehen beste Chancen für Viola Davis und Michelle Williams. Wer am Ende die Trophäe in den Händen halten wird, ist dabei völlig egal. Verdient ist es in jedem Fall.

Beste Regie

Hier verhält es sich ähnlich wie in der Kategorie "Bester Film". Mit "La La Land" wird Damien Chazelle in der Gunst der Oscar-Jury weit vorn liegen, dicht gefolgt von Barry Jenkins mit "Moonlight", Kenneth Lonergan mit "Manchester By The Sea" und Denis Villeneuve mit "Arrival". Der Leidtragende: Mel Gibson, der mit "Hacksaw Ridge" zwar ein knallhartes und authentisches Drama auf die Leinwand gebracht hat, dem – im Vergleich zu den anderen Filmen – allerdings das berühmte gewisse Etwas fehlt.

Unsere Prognose: Wenn schon nicht für den besten Film, wird "La La Land", bzw. Damien Chazelle den Oscar für die "Beste Regie" gewinnen.

Bester fremdsprachiger Film

Klar, hier wünschen wir es vor allem dem deutschen Beitrag von Maren Ade. Mit der Tragikomödie "Toni Erdmann" geht die in Berlin lebende Regisseurin ins Rennen um den Auslands-Oscar – und die Chancen, den Acadamy Award nach 2007 und "Das Leben der Anderen" (Regie: Florian Henckel von Donnersmarck) erneut nach Deutschland zu holen, stehen gut. Die Konkurrenz kommt aus Australien ("Tanna"), Dänemark ("Unter dem Sand - Das Versprechen der Freiheit"), Schweden ("Ein Mann namens Ove") und dem Iran ("The Salesman (Forushande)").

Unsere Prognose: Maren Ade packt es. Der Auslands-Oscar geht für "Toni Erdmann" nach Deutschland.