Unvergessen sind sie, die Anrufe von Uli Hoeneß im "Doppelpass", dem Fußball-Fernsehtalk bei Sport1. Der ehemalige Präsident des FC Bayern München mischt sich gerne ein, wenn Journalisten, Trainer und weitere Experten sonntags im Münchener Hilton-Hotel über Fußball sprechen.

Der Fußball steht im Mittelpunkt bei meinem Besuch im Studio von Sport1 in München. Chefredakteur Pit Gottschalk tauscht sich mit seinem Team über Aktuelles in der Bundesliga aus. Schnell kommen wir auf den "Doppelpass" zu sprechen. Wir wollen zurückblicken auf 999 Sendungen, auf die letzten 25 Jahre. Dann das Signal aus der Technik. Es geht los. prisma und Sport1 zeichnen eine Sondersendung auf. Das Video sehen Sie hier:

Am 3. September 1995 hat Rudi Brückner die erste Folge des "Doppelpass" moderiert. Wie kam es zu diesem Format?

Pit Gottschalk: Dazu gibt es nach so vielen Jahren verschiedene Versionen und Legenden (schmunzelt). Tatsächlich war es so: Bei der Handball-WM in Island saß man zusammen und hat sich gefragt: Irgendwie ist der Sonntag noch nicht besetzt, da reden doch alle über Fußball, warum ist das nicht im Fernsehen? Dann hat man relativ schnell die Sendekonzeption entwickelt.

Was macht für Sie heute den Reiz des "Doppelpass" aus?

Wir geben dem Fußball eine Bühne. Jeder weiß über die Samstagsspiele Bescheid, hat sich eine Meinung gebildet. Im Hilton am Flughafen treffen dann die Meinungen aufeinander von Insidern, zum Beispiel den Klubvertretern, die eine Krise erklären können, und Meinungen von Journalisten, die ein Thema zuspitzen können und auch mal ausdrücken, was der Fan denkt. Dann ist Lebendigkeit da, Bundesliga zum Anfassen quasi. So macht es unheimlich Spaß, sich über Fußball die Köpfe heißzureden.

Was planen Sie zur Jubiläumssendung am Sonntag?

Wir werden drei Stunden lang senden, die längste Sendung in der "Doppelpass"-Geschichte machen. Dabei wird die Ursprungsbesetzung des "Doppelpass" aus der allerersten Sendung wieder zu Gast sein: Wolfgang Golz, damals bei der SPORT BILD, Rainer Holzschuh vom kicker. Udo Lattek ist leider schon verstorben, ich bin sicher, er hätte sich aber gefreut, wenn er Teil dieser Sendung hätte sein können. Wolfgang Golz bringt sogar die Krawatte von damals mit (lächelt). Ich freue mich auf diese Legenden des deutschen Sportjournalismus. Selbstverständlich wird unser Moderator Thomas Helmer mit seinen Gästen auch stark über die Aktualität und das Ruhrderby sprechen, er hat ja selbst damals beim BVB gespielt. Als früherer Europameister führt er seit Jahren durch die Sendung – und ist deshalb natürlich ein Aushängeschild für uns.