Elton wurde an der Seite von Stefan Raab bekannt. Doch während Letzterer von den Bildschirmen verschwunden ist, hat Elton sich weiter einen Namen im deutschen TV gemacht. Jetzt feiert er mit der ZDF-Quizshow "1, 2 oder 3" ein großes Jubiläum.

Als "Show-Praktikant" wurde Elton in diversen Sendungen von Stefan Raab bekannt. Immer einen frechen Spruch auf den Lippen, saß er am Pokertisch, nahm beim Turmspringen teil, raste durch eine Bobbahn und sprach natürlich immer wieder mit zahlreichen Hollywood-Stars. Auch heute hat er noch Kontakt zu seinem Mentor, der aus dem Fernsehen verschwand. Elton dagegen ist immer noch präsent, er moderiert inzwischen mehrere Formate – unter anderem die Kindersendung "1, 2 oder 3". Dort steht nun ein großes Jubiläum an. Am Samstag, 22. Juli, 20.15 Uhr, feiert die ZDF-Quiz-Show Jubiläum: Sie ist seit 40 Jahren auf Sendung.

Im Interview erklärt der 46-jährige Familienvater, warum die Show seiner Meinung nach schon so lange Erfolg hat, und was er von der Vielfalt des Kinderprogramms im TV hält – dabei kommt er nicht um Vergleiche mit Schnitzel, Eiscreme und einem Fußballer herum.

prisma: Sie moderieren "1, 2 oder 3" nun schon erfolgreich seit 2010. Was ist Ihrer Stärke als Moderator?

Elton: Die Herausforderung, eine Kindersendung so gut wie möglich zu moderieren, liegt wohl darin, selbst wieder etwas mehr Kind zu werden. Nicht alles so eng sehen, nicht immer abwägen, berechnen und beharren. Einfach mehr Bauch und weniger Kopf. Und ich glaube, das gelingt mir nicht nur optisch ganz gut (lacht). Vielleicht bin ich durch meinen Job auch nie ganz erwachsen geworden und tue mich damit leichter.

prisma: Sie haben selbst zwei Kinder, was sagen die zur Sendung und zu Ihrer Moderation?

Elton: Meine Kinder schauen tatsächlich gerne "1, 2 oder 3", aber ich glaube, das liegt daran, dass die Sendung einfach gut ist, und nicht daran, dass der Papa moderiert. Vielleicht sind sie einfach mit mir zufrieden, oder sie wissen bereits, von wem die Weihnachtsgeschenke wirklich kommen und wollen es sich mit ihrem Weihnachtsmann nicht verscherzen. Zumindest kritisieren sie meine Moderation nicht.

prisma: Warum läuft "1, 2 oder 3" auch nach 40 Jahren noch mit Erfolg im TV?

Elton: Aus den gleichen Gründen, warum für mich seit über 40 Jahren Schnitzel funktioniert! Es ist einfach ein super leckeres Gericht mit den perfekten Zutaten – das wird nie langweilig!

prisma: Inzwischen findet man im Fernsehen nicht mehr nur ein oder zwei Kindersendungen, sondern eine ganze Menge - und auch im Internet wird immer mehr Einschlägiges gestreamt. Was halten Sie von dieser Vielfalt?

Elton: Heutzutage gibt es auch 100 Sorten Eiscreme, und früher haben Schoko, Vanille und Erdbeere gereicht. Natürlich macht eine größere Auswahl es nicht immer leichter, aber dafür ist jetzt für jeden etwas dabei. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass am Ende des Tages die meisten am liebsten Schoko, Vanille oder Erdbeere essen – und "1, 2 oder 3" schauen.

prisma: Welchen Anspruch stellen Sie denn an eine gute Kindersendung?

Elton: Den gleichen wie an eine gute Nachrichtensendung, an ein gutes Tiermagazin oder eine Wissenschaftssendung: Es müssen die best möglichen und spannendsten Inhalte für die jeweilige Zielgruppe gefunden werden.

prisma: Jetzt steht das 40-Jahre-Jubiläum von "1, 2 oder 3" vor der Tür. Bedeutet das für Sie Stress oder eher Freude über die erhöhte Aufmerksamkeit der Medien?

Elton: Ich glaube neben der körperlichen Fitness und dem Können, kann ich mich diesbezüglich am besten mit einem Fußballprofi vergleichen. Ich gehe bei jedem Spiel voll motiviert auf den Platz. Aber bei so einem Jubiläum hat es dann obendrein vielleicht noch ein bisschen was von WM-Feeling.

prisma: Wenn Sie sich spontan zurückerinnern: Gibt es einen schönsten Moment Ihrer TV-Karriere?

Elton: Schöne, krasse und unfassbar emotionale Momente gab so viele, dass ich davon unmöglich einen einzelnen herauspicken kann. Das ist ja gerade das Fantastische an meinem Job! Er ist so abwechslungsreich und bringt immer wieder die unglaublichsten Momente mit sich. Ich hatte das unfassbare Glück, über Jahre Teil der wohl erfolgreichsten Late-Night-Show und des gesamten Raabschen TV-Kosmos' sein zu dürfen. Und da kann ich nicht oft genug sagen: Danke Stefan, vor allem aber, danke liebe Zuschauer!

prisma: An welche Erlebnisse mit Stefan Raab erinnern Sie sich denn besonders gerne?

Elton: Ich habe als Turmspringer und als Rennfahrer Medaillen gesammelt. Ich bin auf Pferden über Hindernisse gesprungen, habe gegen Weltmeister geboxt, gekickt, gepokert. Ich bin in Wokpfannen mit 100 Stundenkilometern vereiste Bobbahnen hinuntergerast, ich hatte Dutzende Dates mit Jennifer Aniston und anderen Hollywoodladys. Dank Stefan habe ich unzählige tolle Sachen erlebt.

prisma: Sie haben als "Show-Praktikant" bei Stefan Raab angefangen. Wie oft treffen Sie sich heute noch?

Elton: Ich sehe ihn fast täglich, das liegt aber an seinem Bild auf meinem Nachttisch. Aber Spaß beiseite, wir telefonieren und schreiben regelmäßig und ich habe natürlich kein Bild von ihm auf dem Nachttisch – das hängt im Wohnzimmer. (lacht).

prisma: Könnten Sie sich vorstellen, genau wie Stefan Raab, komplett aus dem TV zu verschwinden?

Elton: Ja natürlich, relativ leicht sogar. Das ist besser, als bis in alle Ewigkeit im Fernsehen präsent zu sein.

prisma: 2001 hat Ihre TV-Karriere ihren Lauf genommen. Hatten Sie damals schon so etwas wie einen Karriereplan?

Elton: 2001 ging es mir sehr gut, vermutlich gerade weil ich keinen Plan hatte. Ich war damals als Redakteur beim Hamburger Lokalsender Hamburg 1 und moderierte auch mein eigenes kleines Format namens "Elton Street". Ich hatte es beim Fernsehen also bereits weiter gebracht, als ich jemals zu träumen gewagt hätte. Dann ist der ganze Wahnsinn erst richtig losgegangen.

prisma: Wieviel Privatsphäre haben Sie nach so vielen Jahren Showbusiness noch?

Elton: Ich kann immer noch ruhig auf die Straße gehen. Ich bin kein YouTube-Star, bei dem die Innenstadt gesperrt werden muss, nur weil er sich ein Paar Socken kaufen geht. Aber vor allem, und da werden mich manche Kollegen sicher für verrückt halten, finde ich es noch immer super, erkannt zu werden, Fotos zu machen oder angelächelt zu werden. Ich habe die besten, aber vor allem die höflichsten Fans der Welt.


Quelle: teleschau – der mediendienst