Dürfen deutsche Starter beim Eurovision Song Contest bald nur noch auf Deutsch singen? Geht es nach der medienpolitischen Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Elisabeth Motschmann, wäre genau solch eine Regelung wünschenswert.

"Viele Musikinterpreten in unserem Land singen erfolgreich deutsch und sind damit wichtige Sprachbotschafter", schreibt Motschmann in einer Pressemitteilung zum "Tag der deutschen Sprache" (8. September). "Bei internationalen Wettbewerben, wie zum Beispiel dem Eurovision Song Contest, sollte in Zukunft der deutsche Beitrag wieder in deutscher Sprache gesungen werden", erklärt die 65-jährige Bundestagsabgeordnete weiter. "Wir tragen damit die deutsche Sprache als Teil unserer Kultur ins Ausland und werben vor einem Millionenpublikum dafür, sie zu lernen."

In den vergangenen Jahren sangen deutsche Teilnehmer beim ESC vornehmlich auf Englisch – mit wechselhaftem Erfolg. Michael Schulte ("You Let Me Walk Alone") gelang 2018 mit Platz vier ein Achtungserfolg, auch die Sensationssiegerin des Jahres 2010, Lena Meyer-Landrut, interpretierte einen englischsprachigen Titel ("Satellite"). Dagegen gab es in jüngerer Vergangenheit auch viele letzte und vorletzte Plätze zu verzeichnen – der internationalen Vermarktbarkeit der Songs zum Trotz. Der letzte deutsche ESC-Starter, der in seiner Muttersprache sang, war 2007 der inzwischen verstorbene Roger Cicero mit "Frauen regier'n die Welt". Er belegte Platz 19.

Für Elisabeth Motschmann geht es in der Frage der Muttersprache indes um mehr als vordere und hintere Platzierungen. "Sprache und Identität sind untrennbar miteinander verbunden", lässt die letztjährige Bundestagsspitzenkandidatin der CDU Bremen wissen. "Rund 130 Millionen Menschen sprechen Deutsch als Mutter- oder Zweitsprache. Deutsch ist die meist gesprochene Muttersprache in der Europäischen Union. In Deutsch wurden Werke der Weltliteratur verfasst, die gleichzeitig europäisches Kulturgut sind."


Quelle: teleschau – der Mediendienst