Hans Sigl, in Deutschland vor allem durch seine Rolle als "Bergdoktor" bekannt, muss in dem ZDF-Thriller "Flucht durchs Höllental" seine Tochter retten und selbst vor der Polizei fliehen.

Um seine Tochter zu retten, rennt man schon mal einen Berg hinauf. Man schlittert Schotterpisten hinab oder verdreht sich den Fuß im Waldesdickicht. Hans Sigl kennt die interessierte Fachwelt vor allem als "Der Bergdoktor". Damit man dem 50-jährigen Österreicher bei einem weiteren Kampf in der Natur zusehen kann, schrieb ihm der erfahrene Autor und Regisseur Marcus O. Rosenmüller – verantwortlich für die erfolgreiche Taunuskrimi-Reihe – ein Drehbuch auf den Leib.

Der Krimi-Thriller "Flucht durchs Höllental" erzählt vom gut betuchten Münchener Anwalt Klaus Burg. Der kümmert sich im Alltag vorwiegend um die Arbeit und weniger um den privaten Bereich, zu dem auch seine im Internat lebende 17-jährige Tochter Alina (Leonie Wesselow) gehört. Um diese Schuld wieder gut zu machen, hat der Papa ein Wochenende für zwei in einem Luxusressort mit Zugspitzen-Blick gebucht. Dass er parallel einen schwierigen Prozess gegen das organisierte Verbrechen vorbereitet, bringt Alina immer wieder zu Weißglut. Schließlich verschwindet die 17-Jährige aus ihrer Suite, an der Badewanne klebt Blut.

Klaus Burg weiß, dass der unter Druck geratene Ober-Mafioso Enzo Battista (Tonio Arango) seine Tochter entführt hat – blöderweise gerät er jedoch selbst unter Mordverdacht. Battista verlangt von Burg, dass er ihn zu Georg Wendt (Christian Redl) führt – einem Mandanten und wichtigen Zeugen im Prozess. Erst dann will Battista die Tochter verschonen. Nun muss Klaus Burg mit dem Rennen beginnen, obwohl er nicht der Sportlichste ist (mittlerweile hat der Schauspieler Hans Sigl allerdings deutlich abgenommen). Durchs wilde Höllental macht er sich auf, um Georg Wendt zu finden, seine Tochter zu retten und die beiden erfahrenen Ermittler Barbara Leyendecker (Karen Böhne) und Arndt Schubert (Max von Pufendorf) abzuhängen.

Schon der Plot, den Marcus O. Rosenmüller seinem Hauptdarsteller Hans Sigl für diesen "Fernsehfilm der Woche" verordnete, ist reichlich klischeebeladen. In Teil eins des Films tauschen Figuren, die selbst ein Kind leicht in die Kategorien "gut" und "böse" einsortieren könnte, Krimi-Dialogstanzen aus. All dies geschieht, um die etwa 45-minütige Action-Sequenz vorzubereiten, in der Klaus Burg seinen Mann in der Natur stehen muss. Mit zunehmend geschundenem Körper und unter Schmerzen opfert sich der Schreibtischtäter nun in Bruce Willis-artiger "Stirb langsam"-Manier für seine späte Rehabilitation als Vater auf.

Qualitativ kann der ZDF-Montags-Streifen leider in keiner der anvisierten Genre-Kategorien überzeugen: weder als Action-Thriller, der den Kampf "Mann gegen Natur" zeigt, noch als Kriminalgeschichte oder gar als Beziehungsdrama. Fans des "Bergdoktors" werden diese inhaltlichen Schwächen vielleicht trotzdem nicht stören. In und um Ellmau finden derzeit übrigens Dreharbeiten für die 13. "Bergdoktor"-Staffel statt. Zwischen Anfang Juni und Mitte Dezember sollen sieben neuen Folgen à 90 Minuten der ZDF-Erfolgsserie entstehen. Wann sie ausgestrahlt werden, ist derzeit noch unklar.


Quelle: teleschau – der Mediendienst