ZDF-Krimi

"Helen Dorn – Verlorene Mädchen": düster und dicht mit Hauruck-Handlungswendungen

von Jasmin Herzog

Zwei Mädchen aus dem Kinderheim geraten mit der Drogen-Mafia von Düsseldorf in Konflikt. Bei Helen Dorn werden mütterliche Instinkte geweckt.

ZDF
Helen Dorn – Verlorene Mädchen
Kriminalfilm • 22.08.2020 • 20:15 Uhr

Helen Dorn ist im ganz altmodischen Sinn eine Schmerzensfrau. Eine taffe Ermittlerin, die rennt, rackert, schießt, und der das Leid der Welt ins Gesicht geschrieben steht. Und das, weil sie eben trotz all ihrer oft schrecklichen Erfahrungen, der vielen Überstunden, des frustrierenden Klein-Kleins beim LKA in Düsseldorf, mitmenschlich und mitfühlend geblieben ist. In "Verlorene Mädchen" (2017), nun als Wiederholung im ZDF zu sehen, spielt Anna Loos eine Polizistin, die so etwas wie mütterliche Instinkte entwickelt: In der Disco-Szene der Rheinmetropole sind gleich mehrere junge Frauen Opfer einer Crystal-Meth-Überdosis geworden. Doch es sind nicht nur die Revierkämpfe brutaler Dealer-Gangs, die Polizei und ZDF-Publikum in Atem halten – und mitleiden lassen.

Atmosphärisch ist die beklemmende Parallelhandlung von mindestens zwei durchaus spannenden Erzählsträngen von Regisseur Alexander Dierbach düster und dicht inszeniert. Allerdings kann sich der Fall aus der Feder von Mathias Schnelting trotzdem nicht ganz von öffentlich-rechtlichen Ermittlungsklischees und Hauruck-Handlungswendungen frei machen. Schade eigentlich: Helen Dorn hätte auch die Last und das Leid einer noch ernsthafteren Polizeiarbeit getragen.

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Mittlerweile bringt es die "Helen Dorn"-Reihe auf zwölf Filme. Der bislang letzte, "Atemlos", lief im Januar. Weitere Folgen sind bereits in der Mache. In den Episoden "Kleine Freiheit" und "Wer Gewalt sät" verschlägt es die Polizistin nach Hamburg. Ein Sendetermin ist bislang nicht bekannt.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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