"Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt", ist das Lebensmotto der heute 88-jährigen Irmgard Gietl, deren Leben sich durch die bürgerkriegsähnlichen Proteste gegen die Atom-Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf in den 80er-Jahren verändert hat. Ihre Jugend war von Krieg und Hunger geprägt.

Strickte sie zunächst nur für die Familie, so strickte sie später tausende von "Widerstandssocken" für die Protestierenden gegen die oberpfälzische Atom-Wiederaufbereitungsanlage von Wackersdorf zum Zeichen ihrer Solidarität. Heute hält sie sogar Verbindung zu japanischen Atomkraftwerksgegnern. Die BR-Reihe "Lebenslinien" zeigt ein Porträt.

Irmgards beschauliches Hausfrauenkleben endete, als sie Mitte 50 war. Zu dieser Zeit begann ihr Engagement gegen die Wiederaufbereitungsanlage von Wackersdorf. Nicht zuletzt die Sorge um die eigene Familie trieb sie in den Kampf gegen die Atomanlage. Noch immer erinnert sie sich an die Zerreißprobe zwischen der Familienpflicht und den Demonstrationen am Bauzaun.

Die Wiederaufbearbeitungsanlage wurde 1989 aufgegeben, aber Irmgards Engagement ist geblieben. "So was muss einem erst vor die Tür gesetzt werden, damit man aufwacht", sagt sie heute.


Quelle: teleschau – der Mediendienst