Was folgt auf "Valentinstag" (2010) und "Happy New Year" (2011)? Natürlich ein weiterer Feiertags-Film, der verschiedene prominent besetzte Handlungsstränge mehr oder minder kunstvoll miteinander verwebt. Auch hinter "Mother's Day – Liebe ist kein Kinderspiel" steckt der Rom-Com-Experte Garry Marshall ("Pretty Woman", "Die Braut, die sich nicht traut"), der nach dem Tag der Liebenden und Silvester nun dem Muttertag ein filmisches Denkmal setzt. Die ARD zeigt den Film als TV-Premiere im Zuge der Reihe "SommerKino im Ersten". Es ist das letzte Werk des Regisseurs, der am 19. Juli 2016 im Alter von 81 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung verstarb.

Das verbindende Element in "Mother's Day – Liebe ist kein Kinderspiel" ist die Rolle der Mutter, die sie im Leben jedes Einzelnen spielt. Da wäre zum Beispiel die geschiedene Sandy (Jennifer Aniston), die sich an der Supermarktkasse in Bradley (Jason Sudeikis) verguckt. Der Witwer kümmert sich seit dem Tod seiner Frau (Jennifer Garner) aufopferungsvoll als "Mister Mom" um seine beiden Töchter und wird schon mal zum Tamponkauf geschickt. Derweil haben die Schwestern Jesse (Kate Hudson) und Gabi (Sarah Chalke) ihre liebe Mühe, gut gehütete Geheimnisse vor Mama Flo (Margo Martindale) zu verbergen, als diese überraschend zu Besuch kommt. Die erfolgreiche TV-Moderatorin Miranda (Julia Roberts) hat sich indes für die Karriere und gegen Kinder entschieden – doch das ist nur die halbe Wahrheit.

Gags sind Mangelware

Wie in so vielen Mainstream-Komödien geht es auch in "Mother's Day – Liebe ist kein Kinderspiel" um schöne Menschen in schönen Häusern, deren Probleme sich innerhalb von zwei Stunden Spielzeit in Wohlgefallen auflösen. Da werden selbst rassistische, homophobe Südstaatenbewohner zu toleranten Großeltern umerzogen und die vormals verhasste neue Gattin des Ex wird als legitime Stiefmama der Kleinen akzeptiert. Spannung will dabei allerdings nicht so recht aufkommen, dazu ist die Story zu vorhersehbar. Dass gute Gags ebenfalls Mangelware sind, beweist die Tatsache, dass eine im Müll wühlende Jennifer Aniston zu den witzigsten Momenten des gesamten Films gehört. Ein paar originellere Comedy-Einlagen oder schmissige One-Liner, wie sie etwa in der thematisch ähnlich gelagerten TV-Serie "Modern Family" auftauchen, hätten der Komödie deutlich mehr Tempo verliehen.

Insgesamt fehlt "Mother's Day – Liebe ist kein Kinderspiel" für eine Komödie der Witz, für einen Liebesfilm das Knistern und für einen Feel-Good-Movie das Herz. Zugutehalten muss man dem Drehbuch von Anya Kochoff Romano, Matt Walker und Tom Hines, dass es sich um eine differenzierte Darstellung der Gesellschaft im Allgemeinen und der Mutterrolle im Speziellen bemüht – unter anderem werden die Themen interkulturelle Ehe, Adoption, lesbische Liebe und künstliche Befruchtung angesprochen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst