Syrien-Flüchtling Cabir (Ali Suliman) hat es bis Edirne geschafft, einer türkischen Grenzstadt kurz vor Griechenland. Beim Versuch, Essen von einem Froschjäger zu stehlen, tötet der ausgemergelte Cabir seine Zufallsbegegnung aus Versehen.

Als er sich wenig später bei der einsamen Bäuerin Aliye (Jale Arikan) versteckt, kommen sich die beiden schnell näher – obwohl man sich nur mit Händen und Füßen verständigen kann. Doch dann entdeckt der Syrer ein Bild des Ehemannes jener Frau, die ihn versteckt. Ist es jener Jäger, den er getötet hat?

Der komplett untertitelte Debütfilm des 1980 in der Türkei geborenen Kenan Kavut kann sich in seiner archaischen, ruhigen Versuchsanordnung um Einsamkeit, Liebe und Schuld auf zwei starke Hauptdarsteller verlassen.

Dass sie die ganze Zeit in unterschiedlichen Sprachen reden, die der andere nicht versteht, unterstreicht die These, dass Menschlichkeit nicht von wohlfeilen Worten und ihrem Verständnis abhängt. Regisseur und Autor Kavut kontrastiert elegische Landschaftsaufnahmen der menschenarmen Region mit konzentrierten Nahaufnahmen seiner "bedürftigen" Charaktere.

Der Film läuft im Rahmen des Programms "Auf der Flucht – 4 Filme über eine Welt in Bewegung", mit dem "Das kleine Fernsehspiel" in diesem Sommer aufwartet.


Quelle: teleschau – der Mediendienst