Dass sich die katholische Kirche wunderbar für düstere Kriminalstoffe eignet, haben Filme wie "Der Name der Rose" eindrucksvoll gezeigt. Das Drama von 1986 dürfte denn auch Pate gestanden haben beim Film aus der erfolgreichen "Kommissarin Lucas"-Reihe des ZDF, der nun in der Krimi-Sommerpause wiederholt wird. In "Kreuzweg" (2016) wird ein Mönch tot aufgefunden in Regensburg, und das unmittelbar vor dem Katholikentag, der Zehntausende in die Stadt ziehen wird. Ausgerechnet unter der Tribüne, auf der die Großveranstaltung eröffnet werden soll, liegt eines Morgens der Ordensbruder. Kommissarin Lucas (Ulrike Kriener) ermittelt – neue Folgen wird es aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr geben.

Das Kloster, aus dem der tote Bruder stammt, ist nicht weniger zwielichtig als die Abtei in "Der Name der Rose". Nur zeitgemäßer ist sie in der Wahl der Sünden. Denn die klostereigene Bank hat sich ausgerechnet mit Investitionen in Rüstungsunternehmen verspekuliert. So etwas kommt beim "Papst der Armen" natürlich nicht gut an, schon gar nicht im Vorfeld einer religiösen Großveranstaltung. Doch nicht nur die Kirchenoffiziellen aus Rom machen den Klosterbrüdern ordentlich Druck: Kommissarin Lucas fordert, die Eröffnungsveranstaltung des Kirchentages aus Sicherheitsgründen zu verlegen.

Denn an der Leiche des Mönchs wurden Spuren einer Chemikalie gefunden, mit der Sprengstoff hergestellt werden kann. Planten die geldgierigen Kirchenmänner etwa einen Anschlag auf den Gesandten des Papstes, der in Regensburg erwartet wird? Es kommt noch dicker in diesem nicht gerade ereignisarmen Fall: Martina Heise (Cristin König), engagiert-zornige Wutbürgerin, will Flüchtlinge in Kirchenasyl unterbringen. Doch weder die Stadt noch das Kloster unterstützen sie. Auch sie scheint also allen Grund zu haben, gegen die scheinheiligen Mönche vorzugehen.

Für Kommissarin Lucas ist der Fall vor allem ein Eintauchen in eine unbekannte Welt: Mit dem Katholizismus hat die aus Köln eingewanderte Beamtin nichts am Hut. So grantelt sie sich durch die Geschichte von Ralf Huettner (auch Regie) und Peter Probst, legt sich mit den Mönchen an, und wirkt dabei doch eher lustlos denn streitfreudig.

Neue Fälle der Regensburger Kommissarin sind inzwischen abgedreht und werden voraussichtlich noch 2018 zu sehen sein. Unter anderem hat es Ellen Lucas dann mit einem entflohenen Straftäter zu tun, der im Alleingangs eine Unschuld beweisen möchte.


Quelle: teleschau – der Mediendienst