In seiner Sendung "Die Klinik" überträgt kabel eins eine OP am offenen Herzen im Fernsehen. Nicht live, aber in Echtzeit. Der Chirurg erklärt nun, warum er das für eine gute Idee hält.

Schon im Vorfeld sorgt diese kabel-eins-Sendung für mächtigen Medienwirbel: Die Unterföhringer zeigen am Donnerstag, 7. November, um 22.15 Uhr, in "Die Klinik – Operation am offenen Herzen" exklusiv und in Echtzeit eine Herz-OP. Nach Auskunft des Senders wird Univ.-Prof. Dr. med. Sven Martens, Direktor der Klinik für Herzchirurgie am Universitätsklinikum Münster, den Eingriff an dem Herzpatienten Günter P. vornehmen. "Unser Ziel war es, über offene Herzoperationen, die ja eine wachsende Zahl von Patienten betreffen, umfassend zu informieren und so Patienten und Angehörigen Ängste vor solch einem Eingriff zu nehmen", erklärt der renommierte Mediziner nun auf Nachfrage seine Beweggründe. "Die sachliche Dokumentation der Abläufe im Operationssaal, aber auch die Vorgespräche mit dem Patienten und seiner Familie erschienen uns deshalb sehr wichtig."

Es wird die erste Echtzeit-OP im deutschen Privatfernsehen sein – aber mitnichten eine Live-OP. Sven Martens betont, dass sich die Klinik ganz bewusst "für das in Abstimmung mit dem Sender gewählte Format einer aufgezeichneten und nur wenig gekürzten 'Echtzeit-OP' entschieden habe, "weil sich alle Informationen auch in einer zeitversetzten Zusammenfassung vermitteln". Dagegen, so der Klinik-Direktor weiter, habe man "aus guten Gründen" auf die Übertragung einer Live-OP verzichtet: "Elektive, also planbare Operationen sollten nicht spätabends stattfinden, nur um den Bedürfnissen des Fernsehens nachzukommen", erklärt Martens. "Nächtliche Operationszeiten sind unserer Überzeugung nach Notfallpatienten vorbehalten."

Gezeigt wird der Eingriff nach Senderangaben tatsächlich in vollem Umfang. "Von der Öffnung des Brustkorbes mit einer elektrischen Säge, über den Anschluss der Herz-Lungen-Maschine an den Blutkreislauf und dem Stilllegen des Herzens mit Hilfe einer Kalium-Injektion bis hin zum Austausch der verkalkten Herzklappe: Die OP-Dokumentation ermöglicht faszinierende Einblicke in eine Welt, die man als Nicht-Mediziner so niemals zu sehen bekommen würde", heißt es in der kabel eins-Ankündigung. Der technische Aufwand ist dabei enorm: Zwei Kamerasysteme bestehend aus insgesamt 14 Kameras dokumentieren jeden Handgriff der Ärzte und des Teams. Der Zuschauer sei auch bei den Aufklärungsgesprächen mit dem Patienten und dem Einleiten der Narkose "hautnah dabei".

Pikant am Rande erscheint die Tatsache, dass auch RTL bereits die Übertragung einer Herz-OP angekündigt hatte. Nun kommt kabel eins den Kölnern im Rahmen der Reportagereihe "Die Klinik" zuvor.


Quelle: teleschau – der Mediendienst