Verschlossen, wortkarg, ziemlich cool: Seit 2015 spielt Mark Waschke im Berliner "Tatort" an der Seite von Meret Becker den Kommissar Robert Karow.

Im prisma-Interview spricht Waschke über seine Rolle, die Zusammenarbeit mit Becker und darüber, was Heimat für ihn bedeutet. Außerdem verrät er, was er am Abend des Mauerfalls vor 30 Jahren gemacht hat und was die Zuschauer vom neuen Tatort "Das Leben nach dem Tod", der einen Tag nach dem 30-jährigen Mauerfall-Jubiläum ausgestrahlt wird, erwarten dürfen.

Robert Karow ist ein sehr eigenwilliger Typ. Gibt es trotzdem Gemeinsamkeiten zwischen Ihnen und dem Kriminalhauptkommissar, den Sie spielen?

Wieso "trotzdem"? Einen eigenen Willen hat doch jeder. Ich stelle mich, also meinen Körper, ja zur Verfügung, um Robert Karow zu spielen. Die Basis ist doch immer die gleiche. Gerade dann, wenn alles ganz anders ist. Alles klar? Karow wird ungehalten, wenn andere unpräzise sind. Ein "irgendwie" oder ein "ungefähr" kann ihn rasend machen. Das verstehe ich gut.

Was gefällt Ihnen an der Zusammenarbeit mit Meret Becker?

Meret ist offen, spielerisch, leidenschaftlich und auf eine zärtliche Weise wahnsinnig. Ihre unglaubliche körperliche Geschmeidigkeit steht im krassen Gegensatz zu ihrem Unvermögen, sich menschlich vor der Kamera zu verstellen, zu verbiegen. Sie spielt Nina Rubin mit einer Unbedingtheit, mit einer Wucht und Verletzlichkeit, die mich immer wieder neu inspirieren und berühren.

Der Tatort "Das Leben nach dem Tod" wird am Mauerfall-Jubiläums-Wochenende ausgestrahlt. Wo waren Sie, als die Mauer fiel?

In der Küche, es gab Nudeln mit Soße.

Was dürfen die Zuschauer von diesem Berliner Tatort erwarten?

Eine atmosphärische, irritierende, das Private mit dem Politischen verbindende Geschichte. Sie kommen ja ursprünglich aus Wattenscheid.

Haben Sie noch einen Bezug zu Ihrer alten Heimat?

Ach "Heimat". Bullshit. Ich liebe den Ruhrpott. Aber ich liebe auch jeden anderen Ort, wo sich Menschen begegnen. "Heimat" grenzt immer aus und macht Menschen zu anderen.

In seinem neuesten Fall ("Das Leben nach dem Tod") lebt Kommissar Robert Karow wochenlang Tür an Tür mit einer Leiche, bis der tote Nachbar endlich gefunden wird. Am Rande der Dreharbeiten des RBB erzählt Waschke im Video, dass ihm etwas ähnliches auch mal im echten Leben passiert ist.

Die Kritik zum Tatort "Das Leben nach dem Tod" lesen Sie hier.