"Leschs Kosmos"

Warum glauben Menschen an Verschwörungstheorien?

von Elisa Eberle

In der Corona-Pandemie verbreiten sich immer mehr Verschwörungstheorien. ZDF-Moderator Harald Lesch will wissen, warum die Menschen für teils absurde Ideen so empfänglich sind.

ZDF
Leschs Kosmos
Dokumentation • 08.12.2020 • 23:10 Uhr

Noch vor einem Jahr galten sie als Spinnereien, doch im Zuge des weltweit grassierenden Corona-Virus und den damit verbundenen Unsicherheiten gewinnen verschiedene Verschwörungstheorien dieser Tage immer größeren Zulauf. Ist diese Pandemie am Ende nur eine ganz große und üble Masche der Politik? Oder doch eher eine Biowaffe, die China gegen den Rest der Welt einsetzt? So etwas glaubt zumindest ein Teil jener "querdenkenden" Menschen, die die derzeitigen Hygienemaßnahmen Woche um Woche auf den sogenannten "Hygienedemos" infrage stellen. Doch woher kommen solche abstrusen Überzeugungen? Und warum ist es überhaupt so leicht, an Verschwörungstheorien zu glauben? Der Wissenschaftsjournalist Professor Harald Lesch möchte diesen Fragen auf den Grund gehen.

Für seine neueste Ausgabe der ZDF-Dokumentationsreihe "Leschs Kosmos" mit dem Untertitel "Fake oder Fakt – Wie die Wahrheit unter die Räder kommt" blickt der 60-Jährige dabei nicht nur in die Gegenwart. Vielmehr reist er mehrere hundert Jahre in die Vergangenheit zurück ins Europa um 1350. Schon damals, als mit der Pest eine noch bei Weitem gravierendere Pandemie wütete, gab es den ein oder anderen Verschwörungsglauben. Erst viel später fanden Schwarzseher in Chemtrails oder der Frage, ob die Erde tatsächlich rund sei, neues Futter für ihr Misstrauen.

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Unsere Überzeugungen seien Teil unserer Identität, heißt es in den ZDF-Informationen zur Sendung, und die menschliche Psyche habe ausgefeilte Methoden, um diese Identität zu schützen. Genau aus diesem Grund sei es auch heute, im aufgeklärten 21. Jahrhundert, so schwierig, Verschwörungstheoretikern mit wissenschaftlich fundierten Argumenten entgegenzutreten und sie von einer gegensätzlichen Meinung zu überzeugen. Denn, so schreibt das ZDF weiter: "Es sind psychologische Mechanismen, die nur ein Ziel haben: unsere Überzeugungen zu festigen – auch wenn es sich dabei um den größten Unsinn handelt."

Doch es gebe noch einen anderen Grund, warum Verschwörungstheoretiker dieser Tage ein leichtes Spiel haben: Die Welt hat angesichts der Pandemie Angst. Und genau diese Angst wüssten Scharlatane und zwielichtige Unternehmen für sich zu nutzen: Sie verkaufen Bergkristalle zur Luftreinigung oder verschreiben Bleichmittel gegen Krebs und COVID-19. Auf diese Weise, so der ZDF-Pressetext weiter, scheffeln sie mitunter Gewinne in Millionenhöhe – ungeachtet ihrer potenziellen Opfer. Ganz zu schweigen von der Öl-Lobby, die den Klimawandel schon vor Jahren als Schauermärchen abtat – mit gravierenden Folgen für uns alle.

Der Wissenschaftler Harald Lesch möchte sich all diese Menschen in seiner Dokumentation nun vorknöpfen und mit den Waffen der Wissenschaft widerlegen. Dabei handelt es sich übrigens nicht um den ersten Anlauf: Bereits im Oktober versuchte Lesch gemeinsam mit seinem ZDF-Kollegen Dirk Steffens, Wahrheit und Lüge zu trennen und dem Ursprung von Verschwörungstheorien auf den Grund zu gehen. Die Dokumentation "Ein Fall für Lesch & Steffens: Die Wahrheit über die Lüge" ist in der ZDF-Mediathek verfügbar.

Leschs Kosmos – Di. 08.12. – ZDF: 23.00 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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