18.05.2020 Schauspielerin in "Der gute Bulle"

Nele Kiper: "Ich bin viel emotionaler als Lola Karras"

von Lara Hunt
Nele Kiper spielt neben Armin Rohde (rechts) die toughe Hauptkommissarin Lola Karras – für sie eine Traumrolle.
Nele Kiper spielt neben Armin Rohde (rechts) die toughe Hauptkommissarin Lola Karras – für sie eine Traumrolle.  Fotoquelle: ZDF / Nik Konietzny

Die Serie "Der gute Bulle" mit Armin Rohde geht in die zweite Runde. An seiner Seite spielt Nele Kiper, die prisma verrät, was die Zuschauer erwartet.

Frau Kiper, was gefällt Ihnen besonders am Format "Der gute Bulle"?

Nele Kiper: Vor allen Dingen die Besetzung. Es macht einen riesen Spaß, mit so tollen Kollegen wie Armin Rohde und Edin Hasanovic zusammenzuarbeiten. Das sind natürlich echte Granaten. Und in der Folge "Friss oder stirb" kommen noch einige fantastische Kollegen dazu – ein wirklich spannendes Ensemble.

HALLO WOCHENENDE!
Interviews, TV-Tipps und vieles mehr: Zum Start ins Wochenende schicken wir Ihnen jeden Freitag unseren Newsletter aus der Redaktion.

Wie ist die Story diesmal?

Noch temporeicher als in der ersten Folge. Da drehte sich die Geschichte ja um ein entführtes Kind, diesmal geht es um Drogen und um den Verdacht, dass jemand aus den eigenen Reihen der Ermittler involviert sein könnte, da wird es richtig spannend.

Wie ist es, die Hauptkommissarin Lola Karras zu spielen?

Das ist etwas, das ich mir sehr lange gewünscht habe. Ich durfte schon in unterschiedlichen Formaten spielen, Komödien, Dramen und auch Herzkino, aber für die Krimi-Kommissarin wirkte ich lange Zeit einfach zu jung. Deshalb freue ich mich total, endlich in das Alter zu kommen, in dem man mir das abkauft. Und die Rolle der Lola Karras fasziniert mich, weil sie so unglaublich tough ist. Neben ihrem anspruchsvollen Beruf als Kommissarin ist sie auch noch Mutter – und alleinerziehend! Und trotzdem schafft sie es, sich emotional abzugrenzen und sich auf ihren Fall zu konzentrieren.

Sind Sie privat auch so?

Nein, ich bin da viel emotionaler und kann nicht so gut alles andere ausblenden. Deshalb passt der Job der Schauspielerin auch besser zu mir, als es der der Kommissarin tun würde. Aber das macht es besonders verlockend, sich in diese Rolle hinein zu fühlen und zu denken.

Was stört Sie an "Der gute Bulle"?

Nichts, bis auf die Tatsache, dass es nicht mehr Folgen im Jahr gibt.

"Friss oder stirb" ist der zweite Teil der Reihe. Wäre denn da noch mehr drin?

Auf jeden Fall. Wir haben mittlerweile schon einen dritten Teil gedreht! Das ist ein megaspannendes Format, besonders durch die Figur des Fredo Schulz, der von Armin Rohde einfach begnadet gespielt wird. Ein Kommissar, der mit sich selber ringt und sich immer wieder selbst im Weg steht – ich glaube, das ist für die Zuschauer fast noch spannender, als die eigentliche Krimi-Handlung.

Sie haben in Komödien gespielt, Herzkino gemacht und sind Krimi-Kommissarin. Was würden Sie gerne außerdem noch spielen?

Die freche Anwältin. Ich glaube, das würde passen, denn ich kann gut schnell reden und habe keine Probleme mit längeren Texten. Ich bin also prädestiniert, auch mal Langweilsklauseln runterzurattern. Außerdem mag ich es, die unabhängige, starke Frau zu spielen. Dabei sollte die Rolle ernsthaft sein und trotzdem Gefühl mitbringen. Ich bin sowieso dafür, Genres zu vermischen, so wie im echten Leben. Oft erlebt man Dinge, die so absurd sind, dass man denkt: Würde ich das in einem Film sehen, würde ich es nicht glauben. Ich finde auch, uns Frauen wird nach wie vor im Film zu wenig zugetraut.

Sie waren gerade dabei, für den neuen Otto-Kinofilm "Catweazle" und die Netflix-Produktion "Transatlantic 473" zu drehen, als die Corona-Krise einsetzte. Wie haben Sie das erlebt?

Wir mussten mitten im Dreh stoppen. "Transatlantic 473" wird in Prag gedreht, und die Tschechen waren die ersten, die die Grenze dicht gemacht haben. Damit waren dann auch bei unserem Dreh alle Schotten dicht. Das Team musste ausreisen und zum Teil sogar zu Fuß über die Grenze laufen durch ein Sumpfgebiet! Das war schon irre. Niemand weiß, wie und wann es weitergehen wird. Das größte Problem ist wahrscheinlich, dass in beiden Filmen Kinder mitspielen. Und da fragt man sich: Wie sehen die in einem Jahr aus?

Können Sie sich vorstellen, dass Krimi-Kommissare in Zukunft in Filmen und Serien Mundschutz tragen?

Das kann ich mir absolut vorstellen. Ich habe Freunde, die für tägliche Serien arbeiten, und es ist schon spannend, wie da nun die Drehbücher angepasst werden, damit sich niemand in den Szenen berührt, um den Abstand einzuhalten. Ich denke, in Corona-Zeiten werden neue Konzepte entstehen. Und vielleicht beraten sich Kommissare dann im Fernsehen demnächst per Skype-Konferenz. Auch Festnahmen könnten dann ganz anders aussehen.

Sie haben vor Kurzem noch mit Kindern gedreht und haben selbst einen fünfjährigen Sohn. Würden Sie den auch vor die Kamera lassen?

Das ist schwierig. Wie heißt es so schön: Schauspieler ist der schönste Beruf der Welt, den man niemandem empfehlen kann. Ich würde meinen Sohn nie in die Richtung drängen. Aber natürlich bekommt er durch meinen Mann, der Regisseur ist, und mich viel mit. Ich habe ihn auch öfter mal am Set dabei, und er reist oft mit, wenn ich drehe. Das wird ihn sicherlich prägen. Wenn er in einem gewissen Alter ist und es unbedingt möchte, würde ich es ihm auch nicht verbieten, sondern versuchen, ihn zu unterstützen. Auch, wenn ich ihn lieber schützen würde – er soll seine Kindheit unbeschwert genießen.

"Der gute Bulle: Friss oder stirb" in der ZDF-Mediathek: Hier können Sie den "Fernsehfilm der Woche" schon jetzt anschauen.

Sehen Sie hier den Trailer mit Schauspieler Murathan Muslu zu "Der gute Bulle: Friss oder stirb":

Das könnte Sie auch interessieren