"Ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm": So hatte unlängst ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling das Publikum seiner Sender beschrieben. Auch wenn Ebeling wenig später zurückruderte und von einer Zuspitzung sprach, die aus dem Kontext gerissen worden sei: Aus der Welt schaffen lässt sich die Äußerung nicht mehr. Auch für Comedian Oliver Kalkofe ist Ebelings vermeintliche Zuschauerbeschimpfung ein gefundenes Fressen.

"Äußerst daneben" sei die Äußerung, so Kalkofe in einem Blog-Beitrag, aber auch sehr ehrlich: "Hinter der Hand" werde bei den Privatsendern "schon ewig über die blöden Zuschauer gespottet, die all den billigen Mist schauen, den man ihnen vorsetzt". Die Logik der Sender fasst Kalkofe in deutlichen Worten zusammen: "Da das Publikum eh zum größten Teil fett, arm, faul, dumm – kurz: minderwertig – ist, kann man ihm halt auch jeden Müll als Gourmet-Mahlzeit vorsetzten, er wird es schon fressen und ist eh zu blöd, den Unterschied zu merken."

Unterschätzen solle man den Zuschauer aber nicht, das hätten Streamingdienste wie Netflix mit Erfolg bewiesen, meint Kalkofe: "Denn zu ihnen kommen die Menschen, die Inhalte suchen und sich vom Free-TV verarscht fühlen."


Quelle: teleschau – der Mediendienst