77 Menschen kamen bei den Anschlägen ums Leben, die Anders Breivik vor sechs Jahren in Oslo und auf der Insel Utøya verübte. Nun will "Bourne"-Regisseur Paul Greengrass einen Film über den rechtsextremen Massenmörder drehen, der im August 2012 zu 21 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt wurde.

"Deadline" zufolge sollen die Dreharbeiten zu dem noch titellosen Drama bereits im Herbst in Norwegen beginnen. Dafür will Greengrass, der auch das Drehbuch schrieb, einheimische Schauspieler engagieren. Das Budget von 20 Millionen US-Dollar schießt der Streaminganbieter Netflix vor.

Erfahrung mit realen Ereignissen

Im Laufe seiner fast 30-jährigen Karriere setzte sich Paul Greengrass schon mehrfach mit tragischen realen Ereignissen auseinander: In "Bloody Sunday" erzählte der Brite 2002 von den Bürgerrechtsdemonstrationen im nordirischen Derry, die am 30. Januar 1972 für 27 Teilnehmer tödlich endeten. In "Flug 93" rekonstruierte der 62-Jährige 2006, wie die Passagiere des United-Airlines-Flugs 93 am 11. September 2001 versuchten, die Flugzeugentführer zu überwältigen, die die Maschine mutmaßlich ins Kapitol oder ins Weiße Haus stürzen lassen wollten. Das Drama wurde mehrfach oscarnominiert wie auch der Actionthriller "Captain Phillips", in dem Paul Greengrass 2013 vom Angriff somalischer Piraten auf das amerikanische Containerschiff "Maersk Alabama" erzählte.


Quelle: teleschau – der Mediendienst