Nachdem ein Video von Xavier Naidoo mit rassistischen Textzeilen für Aufsehen sorgte, hat RTL nun Konsequenzen gezogen: Naidoo wird nicht mehr Teil der "DSDS"-Jury sein.

"Xavier Naidoo ist nicht länger Teil der DSDS-Jury": So titelte am Mittwochabend eine Breaking-News auf rtl.de. Wörtlich heißt es in dem kurzen Beitrag: "RTL distanziert sich in aller Form von den rassistischen Äußerungen und zieht jetzt die Konsequenz daraus: Xavier Naidoo ist nicht länger Teil der DSDS-Jury und wird ab Samstag, 14. März, nicht mehr am Jurypult sitzen."

Nach der Vorgeschichte, die sich in den Stunden zuvor abzeichnete, kommt die Entscheidung nicht ganz unerwartet. Denn große Aufregung herrschte schon den ganzen Tag um Xavier Naidoo: In einem kürzlich erschienenen Video wollen Kritiker des Musikers Zeilen mit rassistischen Botschaften ausgemacht haben. Unter anderem heißt es in dem Video: "Ich habe fast alle Menschen lieb, aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt?"

Der Sänger hatte sich daraufhin in einem Facebook-Post zu den Anschuldigungen geäußert. "Ich setze mich seit Jahren aus tiefster Überzeugung gegen Ausgrenzung und Rassenhass ein. Liebe und Respekt sind der einzige Weg für ein gesellschaftliches Miteinander", verkündete Naidoo unter anderem auf seinem Account. Weiter schrieb er, dies bedeute auch, dass alle in der Verantwortung seien, wachsam gegenüber Angriffen auf ein friedliches Miteinander aller Menschen zu sein, "egal aus welcher politischen Richtung und ungeachtet der Herkunft". Auch seine Familie sei einst als Gast nach Deutschland gekommen. Offenbar reichte dies dem Sender aber nicht aus.

RTL hatte sich bereits am Vormittag erstmals zu den aktuellen Vorwürfen geäußert und auf Twitter kommuniziert, man sei "irritiert": "Wir erwarten eine klare Antwort von Xavier".

Am Abend platzte dann die Bombe. Zunächst auf rtl.de, dann auch via offizieller Mitteilung: Xavier Naidoo werde "nicht zum ersten Mal Fremden-Hass und Rassismus vorgeworfen", heißt es in dem Schreiben. Und weiter: "RTL hatte den Sänger gebeten, sich umfassend zu äußern. In einem schriftlichen Statement dem Sender gegenüber und auf seinem Facebook Account hat Xavier Naidoo die Vorwürfe des Rassismus zurückgewiesen, zu den Hintergründen und der Entstehung des Videos äußerte er sich nicht." RTL reichte das jedoch nicht: "Er bleibt dem Sender viele Antworten schuldig, zudem sind weitere Videos aufgetaucht, die in eine ähnliche Richtung gehen." Das habe den Sender "bewogen, ihn am Samstag aus der Jury von 'Deutschland sucht den Superstar' zu nehmen".

Jörg Graf, Geschäftsführer von RTL betonte an gleicher Stelle, sein Sender stehe für "Vielfalt im Programm". Graf: "Wir sind Verfechter der Meinungsfreiheit. Dazu gehört aber auch, dass wir jede Form von Rassismus und Extremismus entschieden ablehnen. Die jetzt aufgetauchten Videos von Xavier Naidoo haben uns massiv irritiert. Unsere Bitte, seine Äußerungen im Dialog und live bei RTL persönlich und öffentlich zu diskutieren und zu erklären, hat er bislang unbeantwortet gelassen. Gerade diese Diskussion fänden wir wichtig, da für uns die Aussagen im Video und seine Kommentierung danach überhaupt nicht zusammenpassen. Daher haben wir uns entschieden, ihn für die kommende Liveshow von 'DSDS" auszuschließen."

"Eure Töchter, eure Kinder sollen leiden, sollen sich mit Wölfen in der Sporthalle umkleiden. Und ihr steht seelenruhig nebendran, schaut euch das Schauspiel an" – mit diesen und weiteren fragwürdigen Zeilen hatte Xavier Naidoo einmal mehr für Aufsehen gesorgt. Via Social Media verbreitete sich ein kurzer Clip, in welchem der Sänger Zeilen wie folgt reimt: "Weit und breit ist hier kein Mann, der dieses Land noch retten kann, doch Hauptsache es ist politisch korrekt." Ursprünglich soll der Clip über den Messenger-Dienst "Telegram" verschickt worden sein. Daraufhin wurde er weiter im Internet vielfach geteilt und kommentiert.

"Deutschland sucht den Superstar" startet am Samstag, 14. März, 20.15 Uhr, in die Runde der vier Liveshows, in der die besten sieben Kandidaten antreten.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH