Die Filmwelt trauert um Anthony Harvey. Der Filmregisseur und Cutter verstarb im Alter von 87 Jahren. Harvey begann seine Karriere als Cutter, er schnitt etwa für Stanley Kubrick "Lolita" (1962) und "Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben" (1964) sowie Martin Ritts "Der Spion, der aus der Kälte kam" (1965).

1966 gab der Londoner mit "Dutchman" sein Debüt als Filmemacher. Seine zweite Regiearbeit, "Der Löwe im Winter" (1968), bescherte Harvey eine Oscar-Nominierung. Das historische Drama, in dem Katherine Hepburn und Peter O'Toole die Hauptrollen spielten, gilt als der Film, mit dem Anthony Hopkins sein Durchbruch in Hollywood gelang. Hepburn gewann für ihre Rolle in "Der Löwe im Winter" den Oscar als Beste Hauptdarstellerin, den sie sich mit Barbra Streisand für ihre Rolle in "Funny Girl" teilen musste.

Harvey, der für Hepburn den Goldjungen damals stellvertretend entgegennahm, erinnerte sich später vor allem an diesen entsetzliche Fauxpas des Abends: "Als wir Richtung Podium gingen, lief Frau Streisand vor mir, und wir stiegen vier oder fünf Stufen hoch, um zur Bühne zu gelangen. Aus Versehen trat ich auf ihr Kleid, und es zerriss. Als wir oben ankamen, stand ich neben Moderatorin Ingrid Bergman und alles, was wir sahen, war ihr Rücken und ihr blanker Hintern. Wir sind in totale Hysterie verfallen."


Quelle: teleschau – der Mediendienst