Die schwedische Miniserie "Der vierte Mann", deren drei Episoden Arte aufeinanderfolgend zeit, blickt auf die Geiselnahme vom 24. April 1975 in der deutschen Botschaft in Stockholm zurück – und rollt damit ein dunkles Kapitel der Vergangenheit auf.

Ihr erster Mordfall lässt die junge Polizistin Jeanette Eriksson (Helena af Sandeberg) nicht mehr los. In einer Wohnung im hübschen Stockholmer Stadtteil Östermalm wird der Regierungsbeamte Kjell Göran Ohlsson rücklings erstochen aufgefunden. Der Fall wird 1989 schnell zu den Akten gelegt. Mord im Schwulenmilieu, hieß es damals lapidar. 25 Jahre später tauchen durch einen anonymen Hinweis plötzlich neue Erkenntnisse auf. Die Ermordung Ohlssons hatte augenscheinlich einen politischen Hintergrund. Die Spur führt zurück in dunkle Momente schwedischer und bundesdeutscher Vergangenheit.

Bei der Geiselnahme in der deutschen Botschaft in Stockholm vom 24. April 1975, bei der sechs RAF-Terroristen zwölf Geiseln in ihre Gewalt gebracht hatten, soll es Unterstützer aus der damals schwedischen radikalen Linken gegeben haben. ARTE zeigt nun die dreiteilige schwedische Miniserie "Der vierte Mann" in Erstausstrahlung. Sie wirft ein anderes Licht auf einen scheinbar abgeschlossenen Terrorakt der Vergangenheit.

Ungeklärte Behauptungen

Der schwedische Autor Leif GW Persson lieferte die Romanvorlage für den packenden Thriller. Der Profiler und Professor für Kriminologie gilt als einer der führenden Krimiautoren Schwedens. Dass er die Terror-Geiselnahme von Stockholm wieder thematisierte, lag auch daran, dass rund um die Geschehnisse vom 24. April 1975 bis heute ungeklärte Behauptungen existieren.

So erklärten die damaligen RAF-Terroristen in einer späteren Gerichtsverhandlung beispielsweise, dass eine entscheidende Explosion nicht von ihnen, sondern von Einsatzkräften vor Ort gezündet worden sei – unter Billigung der Bundesregierung. Das Gericht aber schenkte dieser Erklärung keinen Glauben.

Drei Zeitebenen, die verwirren

Die Serie selbst wird – mit Rolf Lassgard in einer Hauptrolle als Chefermittler – auf drei Zeitebenen erzählt. Sie spielt in den Jahren 1975, 1989 und 2014. Anhand des ausgänglichen Mordfalls Ohlsson werden der Terroranschlag von Stockholm und die Ermittlungen in einer jüngeren Vergangenheit miteinander verknüpft. Dieser eigentlich kluge Schachzug hat in der Folge allerdings auch seine Tücken. Dem komplizierten Konstrukt ist nicht einfach zu folgen, zumal einige Zeitsprünge immer wieder verwirren.


Quelle: teleschau – der Mediendienst