Probieren während des Kochens war diesmal gefährlich und Frank Rosins verbale Entgleisungen erreichten einen neuen Höhepunkt. Das Halbfinale von "The Taste" am Mittwoch war nichts für schwache Nerven oder empfindliche Mägen. Denn Gastjuror Christian Lohse, den man aus "Kitchen Impossible" und "Die Küchenschlacht" kennt, stellte die Kandidaten vor Aufgaben, die es in sich hatten – auch wenn es bei manchen Zutaten recht einfache Lösungen gegeben hätte.

Das ist bei Prüfungen ja eh immer die Frage: Geht man den einfachen Weg und wählt die naheliegendste Lösung, oder wagt man etwas Neues und beeindruckt so seine Lehrmeister? Doch auch im zweiten Fall muss man die Basics beherrschen. Knödel zum Beispiel sind gar nicht so einfach herzustellen. Frank Rosin und Michi benötigten dafür im Halbfinale ganze drei Anläufe. Schließlich sollten die, so Rosin, "fluffig sein wie so'ne Brust von 'ner Frau": Eins muss man Rosin lassen: Er weiß, wie das Showbusiness funktioniert.

Rosin ist das Trampeltier aus dem Ruhrpott

Die Aufgabe von Gastjuror Christian Lohse hatte es in sich: Im Teamkochen sollte je ein Team mit seinem Coach einen Löffel kreieren, der die Küche eines der anderen Coaches darstellen sollte. Immerhin war bei der Aufgabenstellung schnell klar, was auf den Löffel kommen sollte: Currywurst beim Thema Frank Rosin, irgendetwas Kompliziertes beim Thema Roland Trettl. Nur an der Umsetzung haperte es. Rosin, das Trampeltier aus dem Ruhrpott, ließ den Mixer auf den Boden fallen, im zweiten Anlauf gelang der Geschmack nicht. Erst im dritten Versuch kochten Michi und Rosin die Knödel, die dem Team den Sieg im Teamkochen holten und damit Michi ins Halbfinale katapultierten. Weniger Glück hatte Lena: Sie musste fairerweise für ihren eigenen Löffel, der den Gastjuror nicht überzeugte, die Show verlassen.

Im Einzelkochen wurde es für die Kandidaten riskant, ihre Gerichte abzuschmecken. Denn der Gastjuror hatte als Geheimzutaten seine Lieblingsspirituosen im Gepäck. Orangenlikör, Anisée, ein Schnaps mit Anis-Aroma, und Rum. Schade eigentlich, dass kaum einer der Kandidaten die Schnäpse zu Desserts verarbeitete, ohne den Alkohol auszukochen. Einen betrunkenen, grölenden Frank Rosin hätte man kurz vor dem Finale doch gerne gesehen.

Überraschung: Lisa bekommt einen roten Stern

Ob es daran lag, dass ihr geliebter Gin fehlte? Die 25-jährige Favoritin Lisa gestand: "Ich habe mit Rum ziemlich schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn ich daran rieche, wird mir schlecht." Bisher wurde die Leipzigerin mit goldenen Sternen überhäuft, doch diesmal verpasste Rosin ihr einen roten. Ihr Langustino-Tartar schmeckte im Mund des Sternekochs nach "kalter Rotze". Ob Lisa den Rum am Ende doch probiert hat? Sie reagierte souverän und verteidigte ihre "Langustinorotze" vor der Jury: Die Textur sei nun einmal cremig.

Am Ende kickten die alkoholischen Zutaten nicht Lisa, sondern Michael aus dem Rennen. Der hatte zwar ein laut Jury köstliches Entenherz mit Orangenlikör zubereitet, aber eine Prise zu viel Chili hinzugegeben. "Ich schwitze immer noch", monierte Roland Trettl und vergab den roten Stern. Im Entscheidungskochen zog Michael die Zutat Dulce de Leche, eine süße Creme, die aus Lateinamerika kommt. Damit wusste der Restaurantinhaber aus Graz nichts anzufangen. Das kostete ihn die Chance aufs Finale kommende Woche – aus Michaels gebratenem Flanksteak mit Barbecue-Soße schmeckte Gastjuror Lohse die Dulce de Leche nicht mehr heraus. Dabei könnte man mit dieser Zutat sehr leckere Speisen zubereiten, wie zum Beispiel einen süßen Kuchen.

Sechs Kandidaten haben es ins Finale geschafft: Lisa aus dem Team Alexander Herrmann, Joel und Hansjörg im Team Cornelia Poletto, Michi mit Frank Rosin und Roland Trettls Chrisian und Luisa. Am Mittwoch, 6. Dezember, kämpfen diese sechs um den Sieg und unter anderem die Möglichkeit, ein eigenes Kochbuch zu veröffentlichen.