"Die Rosenheim-Cops" in Spielfilmlänge – zum letzten Mal mit Joseph Hannesschläger. In "Schussfahrt in den Tod" wird ein Orthopäde im Sessellift erschossen. Der am 20. Januar verstorbene Joseph Hannesschläger arbeitet im 90-minütigen Winterspecial als Korbinian Hofer ein letztes Mal im Hintergrund.

Alarm im Wintersportort: Im Skiparadies Stephanszell, wo zum Staunen der Rosenheimer meterhoch der Schnee liegt, wird der Orthopäde Dr. Dreyer beim Skifahren in einem Sessellift erschossen, sodass die Polizeisekretärin Stockl (Marisa Burger) den Dienst habenden Kommissaren wieder einmal vermelden kann: "Es gabat a Leich!" Während sich Hansen und Stadler (Igor Jeftic, Dieter Fischer) in die verschneiten Berge begeben, ist Hauptkommissar Korbinian Hofer noch mit einem Bericht für den Staatsanwalt beschäftigt, den er abends abliefern muss. Joseph Hannesschläger unterstützt in seinem letzten Film als Chiemgau-Columbo die Kollegen vom Polizeiprädidium aus. Wie schon in den letzten regulären Folgen des Heimatkrimis hält er sich im Hintergrund. Sich noch einen Apfelkuchen mit Sahne beim Bäcker holen – das war es dann. Hannesschläger starb bekanntlich am 20. Januar mit 57 Jahren, schon im Oktober 2019 hatte der beliebte Volksschauspieler seinen Abschied von der Serie bekannt gegeben.

Daran, dass dieses Gesicht, der voluminöse Körper (um nicht zu sagen: auch der Bauch) der Serie fehlen wird, daran besteht kein Zweifel. Die Kollegen Igor Jeftic und Dieter Fischer bemühen sich redlich und mit allen Kräften um Ersatz. Im Winterspecial gelingen ihnen ohnehin ein paar feine Slapstick-Szenen. Wer putzt die vereisten Scheiben, wer zieht das festgefahrene Auto aus dem Schnee wieder heraus? Und wieso bekommt der smarte Hansen, dem die Aussprache des Bayrischen immer noch so schwerfällt wie Chinesisch, die feine Hotelsuite, während sich der einheimische Stadler mit der kleinen Kammer begnügen muss?

Nicht zuletzt Dank ihres Helfers, des emsigen Polizeimeisters Mohr (Max Müller) kommen die Kommissare im Skigebiet ganz gut voran. Der Mohr ist so schnell, dass er sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen kann, wenn er, wie eigentlich immer, alles ans Licht bringt, was man wissen will: die Entfernung und die Waffe des Schützen, der auf den Arzt im Sessellift gezielt hat, überhaupt all die Verdächtigen – allen voran den Herrn Graulinger (Andreas Borcherding), dem schon der ganze Ort gehört und bald auch die gesamte Skiregion. Aber warum sollte er den Orthopäden ermordet haben?

Verdächtige gibt's in diesem Winterstück, in dem der Schnee nicht selten rieselt, genug. Auch Eifersucht könnte ja im Spiel sein – schließlich war der Ermordete ein Frauenheld, der stets "gamsig" war, wie die Beteiligten behaupten. Zudem hatte der Dr. Dreyer einem Skilehrer das Bein gegipst, statt ihn zu operieren, was schwere Schäden und eine abgeschmetterte 50.000 Euro-Forderung Steidls nach sich zog. Und dann wäre da auch noch die resche Kellnerin Sophie (Franziska Janetzko), die dem Skilehrer wegen Dr. Dreyer den Laufpass gegeben hat ...

Das führt schwer in die Breite, zumal ja auch noch die Dinge des Lebens, wie hakelige Konzert- und Restaurantbesuche auf Seiten der Kommissare und ihres Anhangs, eine wichtige Rolle spielen. Glücklicherweise drückt dann aber die Pensionswirtin Mayr (Ulla Geiger mit einer wunderbaren Posse) beim Schnaps eine mächtige Lawine ab, die alles bisher Dagewesene unter sich begräbt. Es bleibt der Apfelkuchen und ein letzter Gang zum Bäcker.

Die Rosenheim-Cops: Schussfahrt in den Tod – Mi. 19.02. – ZDF: 20.35 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH