In seinem neuen Film "Ruf der Wildnis" schließt Harrison Ford in der Wildnis von Alaska Freundschaft mit einem Hund. 

Nein, auf Donald Trump ist Harrison Ford gar nicht gut zu sprechen. Ihm sei egal, wer für die Demokraten ins Rennen um die Präsidentschaft gehe, sagt der 77-Jährige im Interview. Hauptsache, es ist "derjenige, der Trump besiegen kann". Es gibt vieles, das Ford nicht passt am aktuellen Präsidenten. Besonders bitter aber stößt ihm auf, wie die US-Regierung in Umweltfragen agiert. Denn der Schutz der Natur ist Hollywood-Legende Harrison Ford seit Langem ein Anliegen. Auch sein neuer Film, "Ruf der Wildnis" (Kinostart: 20. Februar), handelt vom fragilen Gleichgewicht zwischen Mensch und Umwelt. Ford spielt in der Neuverfilmung des berühmten Jack-London-Klassikers den Abenteurer John Thornton, der sich in der Wildnis von Alaska mit einem Hund anfreundet. Dass der Vierbeiner im Film aus dem Computer kommt, ist für Ford kein Problem, im Gegenteil: "Das Schöne an einem Hund aus dem Computer ist, dass er nicht auf den Teppich macht!"

prisma: Mr. Ford, die Vorlage zu "Ruf der Wildnis" stammt aus dem Jahr 1903. Was macht die Geschichte heute noch relevant?

Harrison Ford: Die Welt, in der wir leben, das Chaos, in dem wir uns befinden, die politische und soziale Realität, mit der wir uns auseinandersetzen müssen, was wir unserer Umwelt antun ... Reicht das?

prisma: Sie setzten sich schon seit Langem für die Umwelt ein ...

Ford: Ich kämpfe für die Natur, weil ich sehe, wie der Mensch mit ihr umgeht. Wir sind schuld daran, dass die Natur ihren vollen Reichtum nicht entfalten kann. Und darunter leiden letztendlich auch wir Menschen.

prisma: Was also tun?

Ford: Wie wir die Natur retten können? Als Erstes müssen wir an die Wissenschaft glauben und nicht versuchen, die Antwort auf das Geheimnis des Lebens in der Ideologie zu finden. Es ist schmerzhaft und gleichzeitig lächerlich zu sehen, wie die Wissenschaft verunglimpft wird. Wir befinden uns gerade in einer schwierigen Situation. Aber wir werden auch das schaffen.

prisma: Sie sprechen sicherlich von Donald Trump. Welcher Kandidat der Demokraten sollte ihn Ihrer Meinung nach herausfordern?

Ford: Derjenige, der Trump besiegen kann (lacht). Wir leben in politisch chaotischen Zeiten, aber wir werden das Problem beseitigen und uns wieder aufraffen. Warum? Ganz klar: weil wir keine andere Chance haben!

prisma: In "Ruf der Wildnis" ziehen Sie mit einem Hund durch Alaska – der allerdings aus dem Computer stammt ...

Ford: Das Schöne an einem Hund aus dem Computer ist, dass er nicht auf den Teppich macht (lacht)! Der Film erzählt eine Geschichte über die Unzähmbarkeit der Natur, über das Leben an sich, über das Überwinden von Hürden und über den Weg, Erlösung zu finden. Und wie könnte man das besser erzählen als anhand einer archaischen Geschichte über die Freundschaft zwischen Mensch und Tier? Ich hatte selbst mein ganzes Leben lang Hunde, seitdem ich klein war. Momentan haben wir drei.

prisma: Schlafen die Hunde in Ihrem Bett?

Ford: Oh ja (lacht).

prisma: "Ruf der Wildnis" ist der erste Film, der unter dem neuen Studionamen "20 Century Studios" in die Kinos kommt. Damit endet die Ära von 20th Century Fox. Werden Sie da nostalgisch?

Ford: Ich bin kein nostalgischer Mensch, ich lebe in der Gegenwart. Natürlich schätze ich die Vergangenheit sehr, ich bin aber nicht sentimental deswegen.

prisma: Und in Bezug auf das "Star Wars"-Franchise? Immerhin hatten Sie einen Cameo-Auftritt im letzten Film ...

Ford: Das hatte nichts mit Nostalgie zu tun. J. J. Abrams (der Regisseur von "Der Aufstieg Skywalkers", d. Red.) hat mich gefragt, ob ich dabei sein möchte – und ich habe ja gesagt. J. J. ist ein sehr kluger Mann (lacht). Aber ich glaube, Han Solo hat sein emotionales Potenzial mittlerweile ausgeschöpft.

prisma: Und Indiana Jones?

Ford: Er wird sicherlich nicht so bald sterben (lacht).

prisma: Wann starten die Dreharbeiten zum fünften Teil?

Ford: Sehr bald. Es ist ein komplizierter Dreh, deshalb schieben wir den Start immer wieder hin und her, um die richtige Zeit zu finden. Aber wie gesagt: Es geht sehr bald los!


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH