Es ist ein Kultfilm, der den Dude zur Kultfigur machte: "The Big Lebowski". Nun zeigt ARTE das Meisterwerk im Rahmen des "Summer of Freedom" nochmal zur Primetime.

Erinnerungen an den Dude wurden schon wach, als Jeff Bridges vor neun Jahren als versoffener und verpeilter Country-Grandeur über die Leinwand schlurfte. Im Alkoholikerdrama "Crazy Heart" (2010) war er nicht weit weg von seiner berühmtesten Performance – und wurde für seine Darstellung des Alkoholikers Bad Blake sogar mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Doch auch der Oscar änderte nichts an der Tatsache, dass Bridges nach wie vor in erster Linie mit dem Dude in Verbindung gebracht wird: "The Big Lebowski" machte den Schauspieler 1997 zum Kultstar einer ganzen Kinogeneration. Bei ARTE ist der makabere, exzentrische und skurrile Geniestreich der Coen-Brüder ("Fargo", "No Country for Old Men") nun als Wiederholung zu sehen.

Die Coens laben sich wie immer an ihren herrlich kantigen Charakteren, allen voran Jeff Lebowski (Bridges), der von allen nur der "Dude" genannt werden will. Im Post-Hippie-Look, mit langen Haaren und Schlabberklamotten, bekämpft er mühsam eine nicht näher ausformulierte, aber unterschwellig spürbare Lebensunlust und tut das wahlweise mit Bowling oder Alkohol, um genau zu sein: dem White Russian.

Eines Tages tauchen bei ihm zwei Geldeintreiber auf. Sie verwechseln ihn mit einem Multimillionär gleichen Namens. Ehe sich der arme Lebowski wehren kann, wird sein Gesicht in die Toilette getaucht und sein Teppich mit Urin begossen. In einem seltenen Anfall von Eifer hätte er den nun gerne vom echten Lebowski ersetzt. Der Teppich, so insistiert er, hätte die Wohnung doch erst gemütlich gemacht.

Doch es kommt anders: "Der große Lebowski" verpflichtet seinen ungleichen Namensvetter für eine Geldübergabe in einem Entführungsfall. Der Anfang für eine Reihe unglücklicher oder unwichtiger Umstände, die den Dude durch das wohl einzige Abenteuer seines Lebens führen. Ihm zur Seite steht nur der cholerische Vietnamveteran und Waffenfetischist Walter (John Goodman) sowie der schmächtige und hypernervöse Donny (Steve Buscemi), ein freundlicher Versager, den ein tragisch-komisches Ende ereilen wird.

Keine Frage: Der Dude war 1997 ein Typus Mensch, den man so noch nicht gesehen hatte. Ihn bei seiner Odyssee zu beobachten, ist eigentlich schon Unterhaltung genug. Auch ein Verdienst des über viele Jahre unterschätzten Großmimen Jeff Bridges, den die Coen-Brüder wohl dauerhaft ins Herz geschlossen haben: 2011 war der ewige Dude im Coen-Western "True Grit" zu sehen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst