Mit "The Exorcist" hat ProSieben eine Serie ins Programm genommen, die sich auf den gleichnamigen Horrorfilm-Klassiker bezieht – und gute Kritiken bekommen hat.

William Friedkins Horrorklassiker "Der Exorzist" war einer der Kassenerfolge der frühen 70er-Jahre – und dazu ein stilbildender Film: Selten hatte man übernatürliches Grauen – zumal in Gestalt besessener Kinder – so drastisch auf der Leinwand gesehen. Die Erwartungen an eine TV-Serie mit dem Namen "The Exorcist", zumal produziert von FOX, einen werbefinanzierten Free TV-Sender, waren bei amerikanischen Kritikern dennoch eher gering. Umso erstaunlicher, dass die zehn Episoden der ersten Staffel auch anspruchsvolle Geister durchaus überzeugte. ProSieben hat die Geschichte zweier ungleicher Priester, die eine von Dämonen besessene, desolate Familie retten wollen, am Mittwoch als deutsche Free TV-Premiere in einer Doppelfolge ausgestrahlt. Ab dem 7. März geht es um 23.15 Uhr mit Einzel-Episoden weiter.

1973 sorgte Friedkins "The Exorcist" nicht nur für lange Schlangen vor den Kinokassen, der okkulte Schocker erhielt auch Anerkennung von Kritikerseite. Den Drehbuch-Oscar und eine weitere Trophäe für den besten Ton setzte es, bei insgesamt zehn Nominierungen (unter anderem als "bester Film"). Nachdem zwei eher halbgare Fortsetzungen 1977 und 1990 den Ruf des Films als einer der drastischsten Schocker der Mainstream-Filmgeschichte ankratzten, in Zeiten des Stoffe-Recyclings alter filmischer "Trade Marks" musste diese Fernsehserie wohl kommen.

Erzählt wird vom jungen Priester Tomas Ortega (Alfonso Herrera), der das Vertrauen einer Familie gewonnen hat. Mutter Angela Rance (Geena Davis) ist alarmiert, weil sich ihre Tochter Kat (Brianne Howey), die gerade vom College kommt, seltsam verändert hat. Auch deren Schwester Casey (Hannah Kasulka) leidet darunter. Gleichzeitig hört Angela seltsame Stimmen in ihrem Haus. Sie scheinen aus der Wand zu kommen.

Priester Ortega wird von Albträumen geplagt, in denen ein Kollege namens Marcus Keane (Ben Daniels) einen Exorzismus bei einem kleinen Jungen vornimmt. Weil ihn diese Bilder nicht mehr loslassen, macht er sich auf die Suche nach jenem Kollegen – der ihn zunächst abweist. Schließlich ist der sperrige Priester doch bereit, den jungen Glaubensbruder zu unterstützen.

Gut gespielt und mit ansehnlichen Horror-Effekten in Szenen gesetzt, überzeugte das serielle Horror-Spin-Off die Kritiker. 78 Prozent positive Kritiken erhielt die zehn Folgen lange Erzählung in der quantitativen Analyse des Kritik-Vergleichsportals "Rotten Tomatoes". Mittlerweile wurde "The Exorcist" um eine zweite Staffel verlängert, obwohl der Publikumszuspruch erstaunlicherweise überschaubar blieb. Das ist wahrscheinlich der Unterschied zwischen dem Jahr 1973 und 2017/18. Horror, der damals noch das Blut gefrieren ließ, ist heute allgegenwärtig.


Quelle: teleschau – der Mediendienst