Eine Explosion, ein Angeklagter, zwei Anwälte, eine Vertuschung durch Geheimdienste: Eigentlich hat "Unter Beobachtung" (2013) viele Zutaten, die es für einen spannenden Gerichts-Thriller braucht. Doch nach einer halben Stunde wird klar, warum der Film es nicht in die Kinos geschafft hat: Das Geschnarche im Saal wäre unerträglich gewesen. Nun zeigt das ZDF den Thriller ohne Thrill als Free-TV-Premiere.

Farroukh Erdogan (Denis Moschitto) wird festgenommen, weil er als Drahtzieher eines Terroranschlags in London verdächtigt wird. Da dieser Fall aber die Sicherheit des Staates betrifft, findet neben der öffentlichen Verhandlung noch eine geheime statt. Deren Akten darf der offizielle Anwalt Martin Rose (Eric Bana) nicht einsehen, mit der geheimen Anwältin Claudia Simmons-Howe (Rebecca Hall) darf er nicht sprechen. Doch die beiden halten sich nicht an die Regeln und kommen einer Vertuschungsaktion des Geheimdienstes auf die Spur.

Das klingt spannend, wurde aber leider so quälend langatmig auf die anderthalb Stunden Laufzeit gestreckt, dass man ein Ende regelrecht herbeisehnt. Die Figuren bleiben dem Zuschauer fremd, die Verfolgung durch den Geheimdienst interessiert nicht, und hat man endlich den wirren Schluss erreicht, möchte man ihn gleich wieder vergessen.

Regisseur John Crowley ("Boy A") brachte zwar Schauspieler wie Andrew Garfield zu ihrem Durchbruch, konnte aber mit diesem Film nicht überzeugen. Auch die beiden Hauptdarsteller Eric Bana ("Troja", "Hulk") und Golden-Globe-Gewinnerin Rebecca Hall ("Vicky Christina Barcelona") geben sich alle Mühe, können den Film aber nicht retten. Der Terrorverdächtige Farroukh Erdogan wird von dem deutschen Schauspieler Denis Moschitto aus Köln gespielt, der schon in zahlreichen Produktionen wie "Rubbeldiekatz", "Almanya – Willkommen in Deutschland" oder "Aus dem Nichts" zu sehen war.


Quelle: teleschau – der Mediendienst