ARD-Doku

"Wir schicken ein Schiff": Seenotrettung im Auftrag der Kirche

von Andreas Schoettl

Das Seenotrettungsschiff Sea-Watch 4 wurde durch Mittel der evangelischen Kirche finanziert. Das sorgte mitunter für Kontroversen. Eine Doku fasst die Geschehnisse von der Idee bis zum Auslaufen zusammen.

ARD
Wir schicken ein Schiff
Dokumentation • 15.06.2020 • 23:45 Uhr

Die Initiative stammt von Heinrich Bedford-Strohm. Im Sommer 2019 hatte der Ratspräsident der Evangelischen Kirche den Vorschlag angestoßen, ein ehemaliges Forschungsschiff zu kaufen und es umzubauen. Ziel war, dass es schon bald im Mittelmeer kreuzen und Flüchtlinge vor dem Ertrinken retten sollte.

Mittlerweile ist die Sea-Watch 4 einsatzbereit. Die umgebaute ehemalige Poseidon soll unter anderem vor der libyschen 24-Seemeilen-Zone patrouillieren. Doch rund um das Projekt unter dem Dach des Bündnisses Bündnis "United4Rescue", dem inzwischen mehr als 370 Institutionen, Vereinen, Firmen und Organisationen angehören, gab es auch Kontroversen. Der Arbeitskreis bekennender Christen etwa erwähnte Seenotrettung sei nicht Kirchenauftrag. Rechte Kritiker setzten ausgerechnet die Kirche mit einer Schlepper-Organisation gleich. In ihrem Visier: Bedford-Strohm.

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Im Film von Lara Stratmann, der die Sea-Watch 4 von der ersten Idee bis zum Auslaufen begleitet, steht der Ratspräsident an Deck des Schiffes. Er wehrt sich gegen entsprechende Vorwürfe. Seine Worte klingen wie ein flammender Appell an die Politik. Er sagt: "Europa verliert seine Seele, wenn es an dieser Stelle nicht den eigenen Grundorientierungen gemäß handelt. Und dazu gehört eben, dass man sich nicht einfach abschottet und sagt, die Menschen in Not sollen von ganz anderen Ländern versorgt werden, unabhängig davon, wie dort die Menschenrechtssituation ist. 'Hauptsache nicht bei uns'. Das ist keine christliche Haltung. Das ist unwürdig für Europa."


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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