Möglicherweise startet "A Rainy Day in New York" nie in den amerikanischen Kinos. "Schuld" daran könnte die MeToo-Debatte sein.

Die Amazon Studio haben angekündigt, den neuen Woody-Allen-Film "A Rainy Day in New York" vorerst nicht in die Kinos bringen zu wollen. "Es wurde kein Starttermin festgelegt", heißt es in einer Mitteilung. Sollte der Film mit Timothée Chalamet, Selena Gomez, Jude Law und Elle Fanning in den Hauptrollen tatsächlich nicht veröffentlicht werden, wäre 2018 das erste Jahr seit mehreren Jahrzehnten ohne einen neuen Film des viel beschäftigten Filmemachers aus New York. In einigen wenigen Märkten, wie etwa Frankreich und Niederlande, wird der Film allerdings von lokalen Filmverleihen in die Kinos gebracht. Ein Starttermin für Deutschland ist hingegen nicht bekannt.

2016 hatten Amazon und Allen einen Vertrag über fünf Filmprojekte geschlossen. Doch schon die im vergangenen Jahr veröffentlichte Komödie "Wonder Wheel" lief nur schlecht und in wenigen Kinos. Vor Kinostart war Allen im Zuge der "MeToo"-Debatte in die mediale Aufmerksamkeit geraten. So wurden alte Vorwürfe gegen den Regisseur wieder laut, die seine Ex-Frau Mia Farrow seit Anfang der 90er-Jahre erhebt: Angeblich habe Allen 1992 Farrows damals siebenjährige Adoptivtochter Dylan unsittlich berührt. Allen stritt die Vorwürfe stets ab und wurde vor Gericht freigesprochen. Eine medizinische Untersuchung an Dylan ergab außerdem keine Hinweise auf einen Missbrauch.

"A Rainy Day in New York" soll Berichten zufolge 25 Millionen US-Dollar gekostet haben. Die Hauptdarsteller Chalamet und Gomez erklärten nach de erneuten Vorwürfen gegen Allen, nicht mehr mit dem Regisseur zusammenarbeiten zu wollen und ihre Gage zu spenden. Die "MeToo"-Debatte war nach Vergewaltigungsvorwürfen gegen Produzent Harvey Weinstein ins Rollen gekommen; Woody Allen wurde hingegen nie vorgeworfen, sich jemals an einem Filmset unpassend verhalten zu haben.


Quelle: teleschau – der Mediendienst