Wird Florian Henckel von Donnersmarck zum zweiten Mal den Oscar mit nach Deutschland bringen? Nachdem der Regisseur vor elf Jahren für sein DDR-Drama "Das Leben der Anderen" mit der wichtigsten Auszeichnung der Filmwelt geehrt wurde, geht nun sein neuer Film "Werk ohne Autor" ins Rennen um den sogenannten "Auslands-Oscar". Das entschied eine neunköpfige Jury.

"'Werk ohne Autor' erzählt in einem großen epischen Bogen ein bewegendes Künstlerschicksal im Nachkriegsdeutschland, in einer Zeit, als es schwierig war, zu einer eigenen Kunstsprache zu finden", begründet Jury-Sprecher Moritz Hemminger die Entscheidung für das Drama. "Der Film hat, unterstützt von einem grandiosen Schauspielerensemble, große poetische Momente und geht gleichzeitig einer essenziellen, auch heute noch aktuellen Frage nach: das Finden einer eigenen Haltung."

"Werk ohne Autor" erzählt die Geschichte des Kunststudenten Kurt Barnert (Tom Schilling), der sich in seine Kommilitonin Ellie Seeband (Paula Beer) verliebt. Doch Ellies Vater, der Medizinprofessor Seeband (Sebastian Koch), setzt alles daran, die Beziehung zu torpedieren. Durch ein Verbrechen, das Seeband vor Jahren begangen hatte, sind die Schicksale der drei jedoch untrennbar miteinander verbunden.

Über seinen von wahren Begebenheiten inspirierten Film sagt Regisseur Henckel von Donnersmarck, er sei "eine Liebesgeschichte, ein Familiendrama, eine Biografie Deutschlands im 20. Jahrhundert und ein Streifzug durch die Kunst der Moderne. Dass die Fachjury 'Werk ohne Autor' nun ausgewählt hat, um unser Land bei den Olympischen Spielen in Hollywood zu vertreten, macht unser ganzes Team, unsere Verleiher, Redakteure, Förderer und mich sehr glücklich."

Nach der Juryentscheidung für "Werk ohne Autor" ist nun Hollywood am Zug: Kurz vor Weihnachten wird die Academy of Motion Picture Arts and Sciences zunächst eine Shortlist mit neun Filmen veröffentlichen, die ins Rennen um den Auslands-Oscar gehen. Im Januar 2019 werden dann die fünf endgültig nominierten Filme bekannt gegeben. Verliehen wird der Oscar schließlich am 24. Februar.


Quelle: teleschau – der Mediendienst