Die bekannte Frauenrechtlerin Zarah Wolf (Claudia Eisinger) erhält 1973 das Angebot, stellvertretende Chefredakteurin der auflagenstarken Hamburger Illustrierten "Relevant" zu werden. Kaum hat sie ihre Arbeit begonnen, will der Machismo ihrer Kollegen und Vorgesetzten die engagierte Journalistin ausbremsen. Doch die willensstarke Zarah nimmt den Kampf gegen den konservativen Zeitgeist auf.

Zwei neue Serien am Donnerstagabend im ZDF, doch der Gegensatz könnte kaum größer sein: Nach der tatsächlich lustigen Familien-Comedy "Das Pubertier" zur Primetime folgt die historische Drama-Serie "Zarah – Wilde Jahre". Die Story beamt den Zuschauer in die miefig-machistische BRD der frühen 70-er zurück. Kann das gutgehen?

Nein, die grellen Flower Power-Farben anderer Filme, die in jener Zeit angesiedelt sind, hat "Zarah" nicht zu bieten. Regisseur Richard Huber, hochgelobt für die VOX-Serie "Der Club der roten Bänder", wählte für seine Erzählung eine fast spröde Bildsprache, die wie eine "Lindenstraße" in Retrokostümen daherkommt.

Inhaltlich ambitioniert

Dafür hat sich das Drehbuch von Eva und Volker A. Zahn (Grimmepreis 2009 für "Ihr könnt euch niemals sicher sein") viel vorgenommen. Ein Sittengemälde der noch jungen Bundesrepublik Deutschland will es malen, erzählt aus der Perspektive einflussreicher Journalisten. Mit Themen wie Emanzipation, Abtreibungs-Paragraph, lesbische Liebe und RAF. Gleichzeitig wird die "Coming of Age"-Geschichte einer nicht immer sympathischen, weil ziemlich kratzbürstigen Hauptfigur erzählt. Ein inhaltlich ambitioniertes, aber bisweilen sprödes TV-Werk.


Quelle: teleschau – der Mediendienst