Moderne Lebensphilosophie

Neues Leben und Selbstverwirklichung mit 67: Warum Birgit Schrowange alles verändert

07.01.2026, 11.31 Uhr
Birgit Schrowange zieht mit 67 Jahren nach München und startet mit ihrem Mann Frank Spothelfer ein neues Leben. Die Freiheit, nicht mehr an einen festen Wohnsitz gebunden zu sein, genießt die ehemalige TV-Moderatorin in vollen Zügen und entdeckt ihre neue Wahlheimat immer mehr für sich.
Birgit Schrowange vor einer Fotowand.
Birgit Schrowange wagt einen großen Schritt.  Fotoquelle: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann

Während viele im Alter Sicherheit und Routine suchen, entscheidet sich Birgit Schrowange bewusst für Veränderung. Mit 67 Jahren lässt sie Vertrautes hinter sich, zieht nach München und beginnt gemeinsam mit ihrem Mann ein neues Kapitel. Kein Schritt aus Unruhe, sondern aus Neugier – getragen von dem Wunsch, geistig wach, emotional beweglich und dem Leben weiterhin zugewandt zu bleiben.

Ein Neuanfang aus Liebe von Birgit Schrowange

Birgit Schrowange spricht überraschend offen über die Gründe für ihren Neustart in München. Der Impuls kam weniger von ihr selbst, sondern vielmehr von ihrem Mann. Frank Spothelfer hatte in der bayerischen Landeshauptstadt studiert und zu der Stadt eine starke emotionale Verbindung entwickelt. Für Schrowange hingegen fühlte sich München lange fremd an. „Ich hatte gar keinen echten Bezug zu dieser Stadt“, sagte sie rückblickend ehrlich. Zwar war sie häufig beruflich dort, kannte Veranstaltungen und schätzte das gepflegte Stadtbild – doch ein Gefühl von Zuhause stellte sich für sie nicht ein. Ihre Heimat war über viele Jahre Köln. Am Ende überwog jedoch die Liebe. Und die bringt manchmal genau das mit sich: den Mut, sich auf etwas Neues einzulassen.

 Birgit Schrowanges Lebensentwurf jenseits klassischer Erwartungen

Ganz hinter sich gelassen hat Birgit Schrowange ihre alte Heimat dennoch nicht. „Mit einem Bein stehe ich noch in Köln“, sagte sie offen. Der Umzug nach München sei für sie kein radikaler Bruch gewesen, sondern ein fortlaufender Prozess. Künftig wolle das Paar zwischen München und Mallorca pendeln, wo sie ebenfalls eine Wohnung besitzen. Ihr Lebensentwurf setzt dabei klar auf Flexibilität statt feste Bindung an einen Ort. Nicht ein Lebensmittelpunkt, sondern mehrere Rückzugsorte, an denen man sich zuhause fühlen kann. Nach vielen Jahrzehnten im Berufsleben erlaubt sich Birgit Schrowange diesen Freiraum ganz bewusst – und genießt ihn sichtlich.

Berge, Italien, Freizeitwert: Die Vorteile der neuen Wahlheimat

Mit zunehmender Zeit in München wächst bei Birgit Schrowange auch die Wertschätzung für ihre neue Wahlheimat. Je länger sie dort lebt, desto deutlicher erkennt sie die Vorteile: die Nähe zu Italien, die Berge direkt vor der Haustür und der insgesamt hohe Freizeitwert. All das empfindet sie mittlerweile als echten Zugewinn.



Dazu kommen kulturelle Angebote wie Theater, Museen und Konzerte sowie kleine, besondere Geschäfte, die sie nach und nach für sich entdeckt hat. Auch menschlich habe München sie positiv überrascht. Vor dem angeblich „grantigen“ Wesen der Einheimischen sei sie zwar gewarnt worden, selbst erfahren habe sie davon bislang nichts. Im Gegenteil: Sie beschreibt die Münchner als ausgesprochen freundlich und offen.

Birgit Schrowange über neuen Luxus: Ruhestand als bewusste Entscheidung

Ein entscheidender Baustein dieses Neuanfangs ist für Birgit Schrowange die neu gewonnene Freiheit. Auch Frank Spothelfer hat sich aus dem Berufsleben zurückgezogen. Es gibt keinen Terminkalender mehr, der den Alltag diktiert, keine Verpflichtungen und keinen äußeren Druck. „Wir haben beide sehr viel und lange gearbeitet“, erklärte Schrowange.

Heute genießt sie es, selbst zu bestimmen, womit sie ihre Zeit füllt – und vor allem, was sie bewusst lässt. Dieses Lebensgefühl bedeute für sie auch, klare Grenzen zu setzen und konsequent „Nein“ zu sagen, wenn etwas zu viel wird. Ein Luxus, den sie sich nach Jahrzehnten voller Verpflichtungen ganz selbstverständlich erlaubt.

Kein Comeback: Deshalb kehrt Birgit Schrowange nicht mehr ins Fernsehen zurück

Eine Frage begegnet ihr dabei immer wieder: Wird Birgit Schrowange noch einmal ins Fernsehen zurückkehren? Ihre Antwort darauf ist eindeutig – und endgültig: Nein. Mehr als vier Jahrzehnte stand sie vor der Kamera, begann beim WDR, arbeitete später fürs ZDF, wurde über viele Jahre zu einem der prägenden Gesichter bei RTL und wagte zum Schluss noch einmal neue Formate. Diese Zeit blickt sie mit Dankbarkeit zurück, doch für sie ist dieses Kapitel abgeschlossen.

Ganz aus der Öffentlichkeit verschwunden ist sie dennoch nicht. Hin und wieder tritt sie in Podcasts oder Talkshows auf und hält Vorträge zu einem Thema, das ihr besonders am Herzen liegt: finanzielle Intelligenz. Gerade jungen Menschen möchte sie Wissen und Selbstbewusstsein im Umgang mit Geld vermitteln.

Auch ohne regelmäßige TV-Präsenz wird Birgit Schrowange erkannt. Begegnungen, Selfies und spontane Gespräche gehören weiterhin zu ihrem Alltag – selbst dann, wenn sie dick eingepackt über einen Weihnachtsmarkt schlendert. Sich zu verstecken war nie ihr Stil: keine Perücke, keine übergroße Sonnenbrille. Stattdessen setzt sie auf einen klaren, direkten Blick, wenn ihr etwas zu viel wird. Und sie genießt es spürbar, dass sie den Menschen noch immer in Erinnerung geblieben ist.

Haltung statt Schweigen: Birgit Schrowange bleibt unbequem

Birgit Schrowange hat sich nie davor gedrückt, klar Stellung zu beziehen – ob beim Thema frühes Ergrauen, sexuelle Belästigung oder gesellschaftliche Verantwortung. Sie sagte stets offen, was andere lieber unausgesprochen ließen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch ohne feste TV-Präsenz nutzt sie ihre Bekanntheit weiterhin, um Haltung zu zeigen und sich etwa für die LGBTQI-Community oder soziale Initiativen starkzumachen. Ihr Besuch beim „Pink Christmas“ in München unterstreicht, dass ihr Abschied vom Fernsehen keineswegs einen Rückzug aus dem öffentlichen Leben bedeutet.

Vielleicht bringt ein Satz diesen neuen Lebensabschnitt besonders treffend auf den Punkt. Birgit Schrowange beschreibt sich und ihren Mann als zwei Studenten, die noch einmal ganz von vorn anfangen. Neugierig, offen und beweglich – unabhängig vom Alter. „Das belebt ungemein und hält jung“, sagte sie. Nicht im Sinne äußerer Jugend, sondern als Ausdruck von Lebendigkeit, Lust am Leben und der Freude daran, sich immer wieder neu zu entdecken.

Selbstverwirklichung mit 67: Ein modernes Verständnis von Lebensphasen

Mit dem Umzug nach München hat Birgit Schrowange gezeigt, dass man mit 67 Jahren nicht in den Verwaltungsmodus wechseln muss, sondern das eigene Leben weiterhin aktiv formen kann. Es geht um Loslassen statt Festhalten, um Bewegung statt Stillstand – um Weitergehen statt Verharren. Dieser neue Abschnitt entstand nicht aus Unzufriedenheit oder dem Wunsch nach Flucht, sondern aus Lebenslust.

Der Antrieb war Neugier, Offenheit und der Wille, sich selbst noch einmal Raum für Entwicklung zu geben. Vielleicht ist genau das das stärkste Signal dieses Schrittes: dass es kein „zu spät“ gibt, um Neues zuzulassen. Und vielleicht ist es gerade dieses Alter, in dem ein solches Statement seine größte Kraft entfaltet.

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