Grimme-Nominierungen

Haftbefehl-Doku und scharf kritisierte Israel-Korrespondentin sind für den Grimme-Preis nominiert

22.01.2026, 13.41 Uhr
ARD und ZDF dominieren die Grimme-Nominierungen 2026. Neben traditionellen Sendern beeindruckt Netflix mit "Babo – Die Haftbefehl-Story". Auch zahlreiche Serien und Shows sind nominiert, darunter Produktionen von Joko und Klaas.

Die Nominierungen für den Grimme-Preis 2026 stehen fest: Nach wie vor dominieren vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender das Rennen um Deutschlands begehrteste Medienauszeichnung. Doch auch Streamingdienste konnten die Jury mit ihren Produktionen überzeugen – allen voran die Netflix-Doku "Babo – Die Haftbefehl-Story", die in der "Spezial"-Kategorie nominiert ist.

Im Wettbewerb "Fiktion" dominieren konnte das ZDF die meisten Nominierungen einheimsen. Chancen auf eine Auszeichnung haben unter anderem die Produktionen "Alle die du bist" (ZDF – Das kleine Fernsehspiel), "Bis es blutet" (ZDF/ARTE), "Die Affäre Cum-Ex" (ZDF/DR), "Die Ermittlung" (BR/WDR/ARTE) und "Tatort – Dunkelheit" (ARD Degeto/hr). Auch Serienproduktionen sind stark vertreten: Dazu zählen "Call My Agent Berlin" (Disney+), "Chabos" (ZDF neo), "KRANK Berlin" (ZDF neo/Apple TV+) und "Tschappel" (ZDF).

Jury lobt Hatftbefehl-Doku

Der Wettbewerb "Information & Kultur" setzt klare Schwerpunkte bei Politik und Zeitgeschichte. Nominiert sind etwa "ARD Story: Der Herr der Fässer – Atom-Debakel Asse" (NDR), "Das Srebrenica Tape" (rbb/BR/SWR/BBC Storyville/ARTE), "Riefenstahl" (WDR/SWR/NDR/BR/rbb) und "Russlands wilde 90er – Zwischen Demokratie und Putin" (rbb/MDR). Internationale Krisen beleuchten Produktionen wie "Sudan: Ein Krankenhaus im Schatten des Krieges" (ZDF/DW/ARTE) und "World White Hate" (DW/SWR/ARTE).

Ein "Spezial"-Preis winkt hingegen der viel beachteten Rapper-Doku "Babo – Die Haftbefehl-Story" (Netflix), die von der Jury "für die Eröffnung eines breiten gesellschaftlichen Debattenraums im Nachgang der Veröffentlichung zu den Themen Drogenmissbrauch, kritische Aspekte der Musikindustrie und Auswirkungen von dysfunktionalen Familienstrukturen auf die Kinder" gelobt wird.

In der Kategorie "Besondere Journalistische Leistung" ist das Team von "Das Damascus Dossier" (NDR/ARD) nominiert. Ebenso Golineh Atai für ihre Berichte aus der arabischen Welt (ZDF) und BR/ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann für "für ihre hochpräzise und menschennahe Berichterstattung über Israel und die palästinensischen Gebiete".

Die Journalistin stand in der Vergangenheit unter starkem Beschuss: Der israelische Reserve-Armeesprecher Arye Shalicar schrieb etwa, von der Tann sei "das Gesicht vom neu-deutschen Juden- und Israelhass". Viele Beobachter halten diese Kritik jedoch für unangebracht. Zuletzt veröffentlichten 72 Nahost-Korrespondenten einen offenen Brief, in dem sie eine "Diffamierungskampagne" monieren, deren Anschuldigungen längst über von der Tann als Person hinausgehen würden.

Joko und Klaas und die Maus dürfen auf einen Grimme-Preis hoffen

Im Wettbewerb "Unterhaltung" sind unter anderem "Ein sehr gutes Quiz (mit hoher Gewinnsumme)" von Joko und Klaas (ProSieben), "extra 3 Takeover" (NDR), "MAITHINK X – Die Show (2025)" (ZDF) und "Sträters Problemzonen" (WDR) nominiert. Auch "Gerry Star" (Prime Video) und "Till Tonight" (ZDF) haben Chancen.

Im Bereich "Kinder & Jugend" können unter anderem "Die Sendung mit der Maus – Felix Nussbaum" (WDR), "Löwenzahn: Jung und Alt – Gemeinsam durchs Leben" (ZDF) und "Sieger sein!" (MDR/SWR/WDR) auf eine Auszeichnung hoffen.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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