Mit Hitlerbärtchen-Schatten?

Böhmermann parodiert "Welt"-Chefredakteur – der findet's gar nicht lustig

Jan Böhmermann ist zurück aus der Sommerpause und knöpft sich zum Start von "ZDF Magazin Royale" den "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt vor. Poschardts Reaktion folgte auf Twitter.

Nach fast vier Monaten Sommerpause kehrt am Freitag das "ZDF Magazin Royale" (23.10 Uhr, ZDF) zurück. Bereits am Dienstag kündigte Jan Böhmermann das Comeback seiner Show an – und das in gewohnt bissiger Manier. In einem rund dreiminütigen YouTube-Video schlüpft der Satiriker dafür in die Rolle von "Ulf Böhmermann", dem vermeintlichen "Chefredakteur" des Magazins.

"Bitte nicht. Bitte nicht. Wir freuen uns über jede Zuschauerin. Und wir wollen gerne wissen, warum Sie an dem Punkt sind, warum Sie sagen, ich würde gern an diesem Freitag lieber nicht das ZDF Magazin Royale einschalten", so der Moderator im Video. Schnell wird klar, wen Böhmermann samt grauer Perücke und Hemdkragen in dem Clip auf die Schippe nehmen will: "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt.

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Schnell verbreitete sich die Parodie im Netz. Besonders ein Detail sorgte dabei für Aufruhr, denn zeitweise ist unter "Ulf Böhmermanns" Nase ein Schatten zu sehen, der wohl nicht nur zufällig einem Hitlerbärtchen gleicht. Auch thematisch greift Böhmermann das Thema auf: "Wir sagen Ihnen, ob es stylemäßig eine gute Idee ist, mit einem offenen Hemd unter einem Woll-Pullunder herumzulaufen. Wir sagen Ihnen auch, warum Adolf Hitler heute Lastenrad fahren würde."

Das Video spielt damit auf ein vor einigen Wochen veröffentlichtes Video an, in dem Ulf Poschardt seine Abonnenten darum bat, ihr "Welt"-Abonnement nicht zu kündigen. "Wir sagen Ihnen, welche wissenschaftlichen Studien wichtig sind. Wir geben Ihnen Hinweise, wenn Sie Familie mit Kindern haben, welche Schul- und Lern-Apps wichtig sind", heißt es darin etwa.

Poschardt selbst zeigte sich wenig begeistert von Böhmermanns Stück. Besonders der angedeutete Vergleich mit Adolf Hitler missfiel ihm: "Bemerkenswert an der Parodie mit dem Hitlerbart ist zweierlei: Dass ein mit Zwangsgebühren üppig finanzierter Clown einen Liberalen zum 'Höhö'-Minihitler umdeuten will. 2.: Dass sich ein GEZ-Finanzierter über das Werben um Abos liberaler, privat finanzierter Medien lustig machen muss", schrieb er bei Twitter.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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