Jan Niklas

Jan Niklas
Geboren: 15.10.1947 in München, Deutschland
Sternzeichen: Waage

Er ist neben Oskar Werner, Maximilian Schell und Klaus Maria Brandauer der einzige deutschsprachige Schauspieler, der je einen Golden Globe gewann: Jan Niklas. In München geboren und aufgewachsen, entschied sich Niklas schon sehr früh für die Schauspielkarriere. Nach einer bewegten Jugend - Niklas musste wegen seiner Aufsässigkeit mehrmals die Schule wechseln - und einem Internatsaufenthalt in England besuchte er eine Schauspielschule in London und absolvierte seine Ausbildung an der renommierten Max-Reinhardt-Schule in Berlin. Danach spielte Jan Niklas mehrere Jahre Theater. So sah man ihn nach seinem ersten Engagement am Stadttheater Regensburg (1968) unter anderem an den Bühnen des Schillertheaters in Berlin, des Hessischen Staatstheaters in Wiesbaden (1970-1972), des Thalia-Theaters in Hamburg (1973-1975), des Residenztheaters in München und des Theaters in der Josefstadt in Wien.

Nach diesen Erfahrungen auf dem Brettern, die die Welt bedeuten, startete Jan Niklas seine TV- und Kinokarriere, die ihm in den folgenden Jahren in mehr als 100 erfolgreichen nationalen und internationalen Produktionen zeigte. Erste kleine Rollen hatte Niklas bereits 1972 in dem Kriminalfilm "Sonderdezernat K1 - Hafenhyänen", der allerdings erst 1974 ausgestrahlt wurde, und in der französisch-deutschen Koproduktion "Opération Lady Marlcne" (1975) mit Michel Serraut. Rolf von Sydow besetzte Niklas danach in seiner Komödie "Das ohnmächtige Pferd" und in der Böll-Adaption "Ansichten eines Clowns" (beide 1975) von Vojtech Jasny sah man ihn an der Seite von Helmut Griem und Rainer Werner Fassbinder-Muse Hanna Schygulla.

Das nächste Projekt von Niklas, der TV-Film "Die 21 Stunden von München" (1976) mit William Holden und Franco Nero in den Hauptrollen, thematisierte den Anschlag auf die israelische Olympia-Mannschaft bei den Spielen von München 1972. Im Jahr darauf folgte eine weitere Zusammenarbeit mit Regisseur Rolf von Sydow, der Niklas für seinen Liebesfilm "Teerosen" (mit Maria Schell und O. W. Fischer verpflichtete. Unter der Regie von Hans W. Geissendörfer sah man Niklas auch in dem achtteiligen, aufwändig inszenierten Gesellschaftsporträt "Theodor Chindler - Die Geschichte einer deutschen Familie" (1979), bevor er "Der Thronfolger" (1980) erneut mit Maria Schell vor der Kamera stand.

1982 dann die große Chance für Jan Niklas: Hollywood-Regisseur Delbert Mann ruft ihn für den Abenteuerfilm "Mit dem Wind nach Westen" vor die Kamera. Dort trifft Niklas auf Stars wie John Hurt, Jane Alexander und Beau Bridges, ein erster Mosaikstein für den internationalen Durchbruch ist gesetzt. Eine dankbare Rolle als snobistischer Offizier hatte Niklas dann 1984 in István Szabós gefeierten Drama "Oberst Redl", der den Sonderpreis der Jury in Cannes gewann und 1985 eine Oscar-Nominierung als bester nichtenglischsprachiger Film erhielt. International bekannt wurde Niklas schließlich mit dem Hollywood-Dreiteiler "Peter der Große" (1986). Die Regiearbeit von Marvin Chomsky, in der Niklas den jungen Zaren neben Weltstars wie Vanessa Redgrave, Omar Sharif, Laurence Olivier und Trevor Howard spielte, wurde mit drei Emmy Awards ausgezeichnet. Für seine Rolle wurde Niklas, der von der größten amerikanischen Fernsehzeitung "TV-Guide" als Entdeckung des Jahres geehrt wurde, sogleich zum ersten Mal für den Golden Globe nominiert.

Den begehrten Preis erhielt Niklas allerdings erst im zweiten Anlauf, für seine Rolle des Prinz Erik in dem Zweiteiler "Anastasia" (1986), erneut unter der Regie von Chomsky. Hier spielte Jan Niklas an der Seite von Rex Harrison, Olivia de Havilland und Amy Irving. Danach spielte Niklas an der Seite von Constanze Engelbrecht und Peter Bongartz in Georg Madejas "Befristeter Aufenthalt" (1987), Liv Ullmann, Maximilian Schell und Easy Rider Peter Fonda waren seine Partner in Fons Rademakers' Drama "The Rose Garden" (1989) und in Claude Chabrols "Dr. M" (1990) standen Alan Bates und Jennifer Beals mit ihm vor der Kamera.

Bernd Eichinger verpflichtete Niklas 1993 für seine Vorzeige-Produktion "Das Geisterhaus" nach Isabel Allende, doch das aufwändig inszenierte Familienepos floppte trotz Starbesetzung (unter anderem Jeremy Irons, Meryl Streep, Glenn Close, Winona Ryder und Antonio Banderas). Besser war das schon Xaver Schwarzenbergers Regiearbeit "Tafelspitz" (1993) mit Christiane Hörbiger. 1995 entstanden der Thriller "Blutige Spur" von Carlo Rola und der Kriminalfilm "Ein tödliches Vergehen" (Regie: Tony Randel), im Jahr darauf die internationale Koproduktion "Zirkusblut" mit Niklas in der Hauptrolle als Zirkusmanager Martin Kier. Ebenfalls 1996 gehörte er zum Cast des Mysterythrillers "Geisterstunde - Fahrstuhl ins Jenseits" von Rainer Matsutani und 1997 spielte er in dem wunderbaren Märchenfilm "Die Seekönigin".

2000 gehörte Niklas zum Ensemble von Jo Baiers herausragendem Gesellschaftsdrama "Wambo", bevor er einmal mehr mit Christiane Hörbiger in der Komödie "Die Gottesanbeterin" (2001) spielte. In einer weiteren Rolle war der deutsche Hollywood-Darsteller Udo Kier zu bewundern. Außerdem drehte Niklas mit Oscar-Preisträger Ben Kingsley den Zweiteiler "Anne Frank"", der 2002 mit einem Emmy Award als bester Film ausgezeichnet und dreimal für den Golden Globe nominiert wurde.

Weitere Filme mit Jan Niklas: "Die Formel", "Kabale und Liebe" (beide 1980), "Die Gerechten", "Kinder" (beide 1981), "Loose Connections", "Kerbels Flucht", "All for Love" (alle 1983), "Red Hot" (1993), "Babyhandel Berlin - Jenseits aller Skrupel" (1996), "Männer sind was Wunderbares - Nicht ganz schwindelfrei!" (1998), "Gestern gibt es nicht", "Rosamunde Pilcher: Wintersonne" (beide 2003), "Tatort - Die Spieler", "Rosamunde Pilcher: Zauber der Liebe" (beide 2005), "Die Zeit, die man Leben nennt" (2007).


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