István Szabó

István Szabó
Geboren: 18.02.1938 in Budapest, Ungarn
Sternzeichen: Wassermann

Der Ungar István Szabó war schon seit Jahrzehnten im Geschäft, und er hatte bereits wichtige Preise gewonnen. Doch erst mit "Mephisto" gelang ihm 1981 ein Welterfolg, der ihn - vorübergehend - zum Starregisseur machte. Schon in relativ jungen Jahren kam Szabó zum Film. Von 1956 bis 1961 studierte er an der Akademie für Theater und Filmkunst. Schon mit seiner Abschlußarbeit, dem Kurzfilm "Konzert" (1961), erregte er Aufsehen bei einigen Festivals.

Es folgten zwei weitere bemerkenswerte Kurzfilme, "Variationen auf ein Thema" (1961) und "Du" (1962). 1964 inszenierte Szabó seinen ersten Langfilm, "Zeit der Träumereien". Mit "Vater", seinem zweiten Film, gelang ihm der erste wichtige Durchbruch. In diesem Film verliert der kleine Junge Takó kurz nach dem Krieg seinen Vater. In seiner Erinnerung stilisiert er den Toten zum tapferen Partisanenkämpfer und strahlenden Helden. Später stellt er dieses Bild in Frage, macht sich auf die Suche nach Antworten. Von Bekannten erfährt Takó, dass sein Vater ein eher durchschnittlicher Mensch war, kein Held.

"Vater", einer der bedeutendsten ungarischen Filme der SechzigerJahre, ist nicht allein ein Film über einen Vater/Sohn-Konflikt. Wie auch in seinen späteren Filmen interessiert sich Szabó auch und vor allem für das gesellschaftliche und politische Umfeld, in dem sich seine Geschichten abspielen. Dabei bedient er sich einer cleveren Symbolik. Beim internationalen Filmfestival in Moskau gewann Szabós Erstling den Großen Preis. Auf ein positives Echo stieß auch sein nächstes Werk, "Liebesfilm" (1970). "Feuerwehrgasse 25" (1973) war ein filmisches Mosaik über Hoffnungen und Ängst in einem Apartmenthaus, das für den Abriss bestimmt ist. Es folgten "Budapester Legende" (1977) und "Der grüne Vogel" (1979).

1981 begann für Szabó die so überaus fruchtbare und der Karriere förderliche Zusammenarbeit mit Klaus Maria Brandauer. Die drei Filme "Mephisto" (1981), "Oberst Redl" (1984) und "Hanussen" (1988). Alle drei benutzen einen exzentrischen Charakter, um das historisch-gesellschaftliche Umfeld darin zu spiegeln. Das größte Aufsehen erregte der erste der drei Filme. Es war die Verfilmung eines Schlüsselromans von Klaus Mann, der in seinem Werk unverhohlen auf die Karriere von Gustaf Gründgens im Nazireich anspielte. Brandauer verlieh diesem dämonischen Charakter ein unverwechselbares Gesicht. Szabó wurde 1981 in Cannes für das beste Drehbuch ausgezeichnet, außerdem gab es einen Oscar als bester nichtenglischsprachiger Film.

"Oberst Redl" präsentiert einen ehrgeizigen Mann aus einfachen Verhältnissen, der als Offizier zu Macht und Ansehen kommen will. Er nutzt die gesellschaftlichen Verhältnisse und die Hierarchie der königlich-kaiserlichen Doppelmonarchie Österreich-Ungarn für seinen Aufstieg, doch am Ende wird ihm seine latente Homosexualität zum Verhängnis. "Hanussen" spielt in der Weimarer Republik, und zum dritten Mal mimt Brandauer einen geschickten Emporkömmling, der sich totalitäre Machtstrukturen zunutze macht. Wie so oft bei Trilogien erwies sich auch diesmal der dritte Teil als der schwächste. Im Vergleich zu den Vorgängern hatte Szabó nichts wesentlich Neues mehr zu sagen, obwohl auch dieser Film nicht ohne Qualitäten ist.

Mit seinen späteren Filmen konnte Szabó nicht mehr an die Erfolge dieser Trilogie anschließen. Weitere Werke sind: "Katzenspiel" (1983), "Zauber der Venus" (1990), "Süße Emma, liebe Böbe" (1991), "Offenbachs Geheimnis" (1996), "Sunshine - Ein Hauch von Sonnenschein" (1999), "Taking Sides - Der Fall Furtwängler" (2001) und "Alle lieben Julia" (2004), "Hinter der Tür" (2012).


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