Der 1000. Tatort – ein bedrückendes Kammerspiel und elegantes Psychogramm.

Es gibt Spiele, auf die ist man selbst dann nicht vorbereitet, wenn man die Regeln kennt. So wie Klaus und Charlotte. Die beiden sitzen in einem Taxi, gerade hat der Fahrer ihrem Kollegen Sören den Hals umgedreht – und jetzt will er spielen. Drei Fragen hat er für jeden, und wer zu viele falsch beantwortet, stirbt auch. Ein "Scheißspiel", wie Klaus ganz richtig bemerkt.

Es wäre nicht fair zu erzählen, wie Klaus Borowski (Axel Milberg) und Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler), die Tatort-Ermittler aus Kiel und Hannover, in dieses Taxi gekommen sind. Doch einiges mehr, das muss man erzählen über diesen 1000. Tatort.

Elegantes Psychogramm dreier Menschen

Inszeniert als Kammerspiel in vier Akten gelingt Regisseur Alexander Adolph ein bedrückendes, klaustrophobisches Drama, das weniger die eines Mordfalls als das eindringliche, elegante Psychogramm dreier Menschen ist. Durch die inneren Stimmen und die düsteren Ausflüge ins Draußen, das subtile Spiel von Kamera und Ton und das bewusste Aufeinanderprallenlassen so verschiedener Tatort-Welten wird "Taxi nach Leipzig" ein herausragender Tatort, einer der besten, die je gedreht wurden.

90 Minuten lang entwickelt sich ein Krimi, der gekonnt mit den Unzulänglichkeiten der Figuren und ihren Dämonen spielt, der die Ermittler nicht schont und auch in den Momenten noch überzeugt, in denen die Geschichte des Taxifahrers es an Originalität mangeln lässt oder die Randfiguren die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eben bekommen müssen.

"Die Welt ist nur für Paare gemacht"

Doch am Ende, da geht es nur um zwei: Borowski und Lindholm. "Ich habe manchmal das Gefühl, die Welt ist nur für Paare gemacht", sagt sie irgendwann. Beim Blick auf das Paar auf der Rückbank dieses Taxis kann man ihr nur Recht geben.

Und beim Blick auf das, was passiert, als die beiden der Enge dieser Rückbank dann endlich entkommen, nur den Hut ziehen. Ein Tatort auf höchstem Niveau.