Die ARD-Doku "Allein auf Station" zeigt die dramatischen Zustände in deutschen Krankenhäusern. Tausende Stellen in der Alten- und Krankenpflege sind nicht besetzt. Ein Professor warnt sogar davor, dass chronische Überlastung der Pflegekräfte bis hin zu Serienmorden führen kann.

Nach aktuellen Zahlen sind deutschlandweit in der Alten- und Krankenpflege mehr als 25.000 Fachkraftstellen nicht besetzt. Zudem fehlen rund 10.000 Hilfskräfte. Laut Angaben der Gewerkschaft ver.di sollen es sogar 80.000 Pflegekräfte sein, die den Krankenhäusern abgehen. Dass diese dramatische Unterbesetzung Auswirkungen auf die tägliche Arbeit hat, versteht sich. Wie schlimm es allerdings wirklich um den Beruf der Pfleger und Schwestern steht, zeigen einige Fälle im Film "Allein auf Station" von Ulli Wendelmann, den die ARD am späten Montagabend (23.30 Uhr) ausstrahlt.

Die 53-jährige Fachschwester Katrin Schröder beispielsweise arbeitet im kommunalen Klinikum Augsburg. Sie liebt ihren Beruf, doch sie muss immer mehr Patienten in kürzerer Zeit versorgen. Viele sind älter und kommen mit Mehrfacherkrankungen in die Klinik. "Ohne ein privates Netzwerk aus Familie, Freunden und Nachbarn hält man den stressigen Wechselschichten, Wochenenddiensten und Überstunden nicht lange stand", sagt sie ernüchtert.

Karl H. Beine, Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Witten-Herdecke, warnt vor düsteren Aussichten. Sein Alarm: "Chronische Überlastung und mangelnde Unterstützung der Pflegenden begünstigten ein Klima des 'Wegsehens', das tätliche Übergriffe bis hin zum Serienmord geschehen lasse."

Aussicht auf Besserung allerdings scheint kaum in Sicht. Dass wie am Universitätsklinikum Halle (Saale) Roboter in der Krankenpflege entlasten könnten, wird derzeit nur erprobt. Eine echte Hilfe für die pflegenden Menschen sind sie noch längst nicht.


Quelle: teleschau – der Mediendienst