Die ARD-Dokumentation "Atom-Streit in Wackersdorf" erinnert an den "Blutigen Herbst" des Jahres 1987, als die CSU auch gegen friedliche Demonstranten mit Gewalt vorging.

Sie hätten einem wohl den Vogel gezeigt, hätte man ihnen erzählt, dass eines Tages eine Bundeskanzlerin der CDU den Atomausstieg beschließen würde. Mitte der 80-er demonstrierten Tausende Bundesbürger in Wackersdorf gegen eine geplante Wiederaufbereitungsanlage. Kaum gefährlicher als eine Fahrradspeichen-Fabrik sei das Projekt, behauptete damals der Bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß.

Die Demonstranten sahen das, auch unter dem Eindruck des Tschernobyl-Schocks, freilich anders. 1987 eskalierten die Proteste: Am 10. Oktober ließ die bayerische Polizei, mit Unterstützung einer Spezialeinheit aus Berlin, die Proteste gnadenlos niederknüppeln. Vom "Blutigen Herbst" ist seitdem die Rede.

Notfalls mit Gewalt

Drei Jahrzehnte danach blickt zu später Stunde die Dokumentation "Atom-Streit in Wackersdorf" aus der Reihe "Geschichte im Ersten" zurück auf die Ereignisse. Zu Wort kommen Menschen, die damals unmittelbar beteiligt waren. Wie etwa Irmgard Gietl, die in der Nähe der geplanten Anlage wohnte. Damals bereits Großmutter, setzte sie sich entschieden gegen das Projekt ein.

Auch Peter Gauweiler erinnert sich. Der CSU-Politiker wurde damals nach Wackersdorf geschickt, um die Proteste einzudämmen. Er ließ damals eine Spezialgruppe der bayerischen Polizei ins Leben rufen, mit dem Ziel, notfalls mit Gewalt gegen Demonstranten vorgehen zu können.


Quelle: teleschau – der Mediendienst