Warum werden Sabrina und Stefan Kawinski der AfD ihre Stimme geben? Und warum entscheidet sich Familie Kehmeier für ein Kreuz bei der SPD? VOX hat in der "Großen Samstags-Dokumentation" sechs Familien begleitet, die ihre politische Haltung offen legen und begründen.

Die Bundestagswahl steht unmittelbar bevor. Am Sonntag, 24. September, sind 61,5 Millionen Menschen in Deutschland zur Wahl aufgerufen. Über den Ausgang darf eine Woche zuvor noch spekuliert werden. Viele Wähler wissen wohl selbst noch nicht, bei welchem Politiker und bei welcher Partei sie ihre Kreuzchen machen werden. Anders sieht das bei sechs Familien aus der ganzen Republik aus, die VOX zu den Protagonisten einer großen TV-Doku macht. Sie haben sich bereits festgelegt, wen sie wählen werden, und sie vertreten auch sehr eindeutig ihre politische Meinung. Vor den VOX-Kameras, von denen sie monatelang begleitet wurden, legen sie offen, für was und für wen sie stehen.

Es kann schon auch vorkommen, dass eine politische Meinung Familien spalten kann. Wenn beispielsweise dem Vater der Sinn nach der AfD steht und der gerade volljährig gewordene Sohn eher zu den Grünen hält, dann scheint die Konsensfindung zumindest kompliziert. In der "Großen Samstags-Dokumentation" hat VOX jedoch Familien gefunden, die jeweils einhellig eine politische Haltung vertreten. Im direkten Vergleich wirken ihre Motivationen, nur einer bestimmten Partei ihre Stimme zu schenken sehr unterschiedlich – was das ganze Experiment nur noch spannender macht.

Hoffnung auf finanzielle Entspannung

Sven Kehmeier (36) aus Oldenburg beispielsweise ist Vater von sechs Kindern. Er steht hinter den Sozialdemokraten. Seine Begründung: "Ich denke, dass die SPD Familien und gerade Großfamilien am besten fördert." Von einem Wahlsieg von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz erhoffen sich der Projektmanager und seine Frau Arthy etwas finanzielle Entspannung. Denn auch Kehmeiers müssen beim Haushaltsgeld knallhart kalkulieren.

Auch Sabrina (34) und Stefan Kawinski (41) aus Wesel sind mit Nachwuchs gesegnet. Vier Kinder haben sie. Anders als Familie Kehmeier glauben der Lkw-Fahrer und seine Frau nicht mehr an eine soziale Gerechtigkeit und das Geschick einer der etablierten Parteien. Zu lang schon ist das Familienoberhaupt von staatlicher Stütze abhängig – und das, obwohl er voll beschäftigt ist. Auch wegen der Sicherheit kennt er inzwischen nur noch eine Alternative: die AfD!

Klug gewählt, umständlich argumentiert

Mehr als vier Stunden lang (bis 0.35 Uhr) bietet die Dokumentation einen sehr intensiven Blick hinein in die derzeit besonders konträren politischen Meinungen in Deutschland. Das eigentlich Interessante dabei ist aber die originelle Perspektive: Im Familienverbund wird zwischen SPD und CDU, Grünen und Linken, der FDP und der AfD sowohl klug gewählt als manchmal auch etwas umständlich argumentiert. In diesem breiten Spektrum lässt sich auch in der eigenen Familie vielleicht noch einmal über die Bundestagswahl diskutieren. Ein bisschen Zeit bis dahin steht noch aus.


Quelle: teleschau – der Mediendienst